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Tunesien ein Land in Bewegung
#1

(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 03.02.2019, 21:01 von Striegistaler.)

Tunesien ein Land in Bewegung

Endlich ist wieder Herbst und der seit einem Jahr erwartete Urlaub nähert sich.
Nachdem wir im letzten Jahr mit dem L60 Marokko besucht haben, ging es in diesem Jahr wieder nach Tunesien. Seit 2011 mittlerweile das fünfte Mal.
Vier mal waren wir als Orga der Rallye ElChott im Land und konnten, bis auf wenige Ausnahmen, nicht wirklich viel vom Land entdecken. Das sollte sich dieses Jahr ändern.
Gemeinsam mit unseren Freunden, Jörg und Conny, Gudrun,.und Herbert, Julia, Lara und Tom, machten wir Grit und Kai uns mit einem Mitsubishi, einem Ford Ranger und Grits Amarok auf den Weg zu einer Tour vor der Rallye.
Aufgrund der Zusammensetzung der Mitreisenden, hatten wir die Tour mehr hotellastig geplant.

Doch bevor ich Euch mit der Reise langweile, ein paar persönliche Eindrücke zum Land.

Manch Einer meint vielleicht, dass Urlaub in einem muslimischen Land nervig, oder gefährlich sein könnte. Nervig im Sinne von Abzocke. Alle Preise muss man durch 5 teilen, jeder will ein Geschäft mit Dir machen und Dich übervorteilen. Ja, in reinen Touristengebieten mag das auch so sein.
Doch je weiter wir uns davon entfernen, desto weniger spürt man davon. Natürlich müssen auch die Leute in der Sahara ihr Geschäft machen, aber man wird nicht übervorteilt und man freut sich auch über die kleinen Dinge. Die Flasche Wasser, oder das Baguette aus dem örtlichen Tante Emma Laden, das Gemüse vom Markt und und vielleicht der Kamelritt, oder die Quadtour in die Sahara, auch wenn wir Die mit unseren Fahrzeugen bequemer bereisen.
Die Leute freuen sich das wir da sind und sie wollen das wir wiederkommen.

Auch das Thema Sicherheit spielt bei so einer Reise eine wesentliche Rolle.

Glaubt man unserer Politik und dem auswärtigen Amt, läuft man Gefahr am laufenden Band ausgeraubt, entführt und abgestochen zu werden.
Ich kann Euch versichern, dem ist ganz und garnicht so.
Natürlich gibt es Kriminalität, das ist auf der ganzen Welt so. Sicher mag Die auch in reinen Touristengebieten größer sein. Im Landesinneren haben wir das nicht bemerkt.
Das ist auch ganz klar. Wer seinen Lebensunterhalt mit Kriminalität verdient, braucht den entsprechenden Nachschub an Opfern. Das ist im Landesinneren ganz sicher nicht gegeben.
Ist vielleicht ein wenig krass formuliert, ein besserer Vergleich fiel mir aber nicht ein.

Die Überschrift, "ein Land im Aufbruch" habe ich nicht zufällig gewählt. Als wir 2011 das erste Mal in Tunesien waren, war das das erste Jahr nach der Revolution. Da war noch viel improvisiert. Die alten Herrscher sind verjagt, die von ihnen eingesetzten Staatsdiener aus dem Dienst entfernt. Die Verwaltung war noch nicht wieder aufgebaut, Polizei und Staatsorgane waren noch im Umbruch. Trotzdem waren sehr viele Individualtouristen im Land. In der Hauptsache Italiener (die habens nicht weit), Franzosen (die können die Sprache), und ein paar unentwegte Deutsche, die findens einfach nur schön dort.
Für ein muslimisches Land hab ich mich gewundert, wie wenige Frauen ein Kopftuch tragen, auch im Landesinneren. Doch man hat die Unzufriedenheit bemerkt. Die Menschen waren unzufrieden mit dem Ergebnis der Revolution. Die äußerte sich im Widerstand gegen die überforderten neuen Staatsorgane, Demonstarionen und Unruhen. Gegen Ausländer (Touristen) hat sich Dies aber nie gerichtet. Wir sind in den späten Abendstunden einmal in einer Stadt durch eine Demo gefahren. Die Gasse öffnete sich vor uns und schloss sich dahinter wieder. Die Leute klatschten und hoben den Daumen. Die Situation fühlte sich alles Andere als easy an, aber hat auf jeden Fall geprägt.

In den Jahren darauf war zu spüren, dass Hoffnung im Land aufkommt. Mehr Touristen als 2011, es wurde schon langsam knapp auf den Pisten :-) Man muste nicht lang fahren um Jemanden zu treffen.
Überall wird gebaut. Nicht wie bei uns, große leerstehende Komplexe für Anleger. Nein Wohnhäuser und kleine Geschäftshäuser. Also afrikatypisch, unten kleiner Laden, darüber kleine Wohnung.

Nach den Anschlägen 2016 und den damit in Europa einhergehenden Warnungen ist der Individualtourismus komplett zusammengebrochen. Man mag sich fragen, wem das wohl genützt hat, schließlich konnte im Zeitraum der Revolution keine Großmacht die Lage destabilisieren. Wir waren 2016 nahezu die einzige Reísegruppe. In 14 Tagen trafen wir lediglich 7 Italiener.

Seit 2017 geht es wieder bergauf.

In diesem Jahr (2018) haben wir den Aufbruch gespürt wie nie. Reisegruppen ohne Ende, gebaut wird in jedem Winkel. Die Staatsorgene funktionieren, das haben wir bei der Einreise schon gespürt. Im Kleingewerbe wird massiv investiert. Auch die Fahrzeugflotte hat sich verjüngt. Die alten Peugeot Pickups sind modernen Toyotas, Isuzus und Amaroks!! gewichen. Der Kamelvermieter hat ein paar Kamele mehr und der Sahartouranbieter hat seine alten Sandbuggys gegen neue Quads getauscht.

Aber nun kommt das Schlimmste, was wir sehen mussten.

Sogar der Staat investiert mittlerweile! Und zwar in die Infastruktur. Wege, die vor Jahren noch schöne Pisten waren, werden heute asphaltiert. Und wer will schon auf Asphalt fahren, wenn es doch tolle Schotter- und Sandpisten gäbe.

Deshalb mein Tipp, fahrt nicht länger in Sandgruben herum - besucht ferne Länder!




Da es bekanntlich keine Möglichkeit gibt direkt nach Af rika zu fahren, schifften wir uns in Genua auf die CTN Fähre nach La Goulette, dem Hafen von Tunis ein.
22 geruhsame und entspannte Stunden später legte die Fähre an. Die Einreise- und Zolldokumente für die Fahrzeuge haben wir schon an Bord erledigt. Was danach kam, war die schnellste Einreise, die wir bisher erlebt haben. Innerhalb von 20 Minuten hätten wir aus dem Hafen sein können, hätten wir nicht noch ein paar Euro in Tunesische Dinar tauschen müssen.
Spektakulär! Man merkt ganz deutlich, dass die auch die tunesischen Grenz- und Zollbeamten verstanden haben, dass Individualtourismus für das Land wichtig sind.

Und so begann der Urlaub so richtig entspannt, wie man es sich wünscht.
In diesen zwei Wochen vor der Rallye sollte einmal mehr von Land, Leuten und Sehenswertem im Vordergrund stehen. Deshalb waren die ersten zwei Wochen auch mehr eine Hoteltour, bei der der Sandanteil nicht allzu groß war, aber das haben wir auch nicht wirklich vermisst.

Tunesien hat eine lange und vielfältige Geschichte. bereits ca. 70 Jahre vor Christus wurde das heutige Tunesien als erstes afrikanisches Land von den Römern besiedelt. Die damalige Hauptstatt war Carthago. Aber so wie es als erstes afrikanisches Land besiedelt wurde, so wurden letztendlich die Römer in dieser Gegend auch als erstes vertrieben.
Zeugen dieser Besiedlungszeit sind die Stadt Dougga, eine ziemlich gut erhaltene römische Siedlung und das Collosseum von El Jem. Das Collosseum ist kleiner als in Rom, aber meiner Meinung nach besser erhalten. In beiden Locations könnte man gut einen Tag zubringen - Interesse vorausgesetzt.

Landschaftlich hat das Land mehr zu bieten als Sand und Geröll. So gibt es im Grenzgebiet zu Algerien den Grand Canjon von Tunesien.
Die Wasserfälle von Tamerza waren zwar nicht so spektakulär, aber dafür war der Weg dorthin, durch ein kleines Flussbett eine tolle Sache.

Die StarWars Kulissen bei Nefta, ein Touristenmagnet. Die Fahrt über die große Düne- ein Erlebnis. Leider kümmert sich Keiner wirklich drum. Von 2011 bis heute hat sich das einzigartige Ensemble arg verändert und wird irgendwann, in nicht allzuferner Zeit, verschwunden sein.

Nachdem uns die Reise dann irgendwann nach Douz, dem Tor zur Sahara geführt hat, haben wir den ersten Ausflug in den Sand gemacht. Die Fahrt ging in ein ca. 70 Kilometer entferntes Sandrosenfeld. Sandrosen kennt wohl sicher Jeder und man kann sie im Land überall kaufen. Aber selbst welche suchen und "ernten" ist schon etwas ganz besonderes.

Und dann ging es endlich richtig in die Wüste. Über die Touripiste in Richtung Park Jebil, dem Nationalpark von Tunesien, zum Tafelberg Tembaine, ins Camp Mars. Einer Zeltsiedlung mitten im Nichts.
Am Abend wurde mit den Berbern "Sandbrot" gebacken. Eine traditionelle Möglichkeit Brot zu backen. Ein reichhaltiges Abendessen rundete diesen schönen Tag ab. Spätestens abends, wenn im Camp das Licht ausgeht, es still wird in der Wüste und nur noch die Sterne am Himmel funkeln, stellt sich eine absolutes Gefühl der Zufriedenheit ein.

Am nächsten Tag hätte es zwei Wegoptionen gegeben, der Direkte, durch hohe Dünen, oder der längere, aber entspannte Weg zurück zum Park und von dort in Richtung der Oase Ksar Ghilane. Diesen haben wir gewählt und konnten so noch das alte römische Fort ein paar Kilometer vor der Oase besichtigen.

Apropos Oase, Wasser gibt es natürlich wirklich nur dort, wo auch eine Oase ist. Oasen sind auch meist besiedelt und touristisch genutzt. Die Oase Ksar Ghilane ist eine der bekanntesten.
Alle Siedlungen und Camps, die direkt in der Wüste und außerhalb von Oasen, liegen müssen ihr Wasser täglich mit Wasserwagen herankarren.
Aus mancher Oase wird auch im Lauf der Jahrhunderte eine Stadt. So wie Douz, welches vor Urzeiten auch eine Oase war und heute eine Kleinstadt ist.

Ich wollte keinen herkömmlichen Reisebericht schreiben. Ich wollte Euch nur dieses schöne Reiseland etwas näherbringen.

Ein paar Bilder hab ich noch für Euch. Aber dann isses auch gut. Berichte lesen und Bilder guggen ersetzt nicht das Reisen.

Also reist - solange Ihr noch könnt und solange noch nicht alles zugebaut und asphaltiert ist.

Tunesien ein Land in Bewegung

Endlich ist wieder Herbst und der seit einem Jahr erwartete Urlaub nähert sich.
Nachdem wir im letzten Jahr mit dem L60 Marokko besucht haben, ging es in diesem Jahr wieder nach Tunesien. Seit 2011 mittlerweile das fünfte Mal.
Vier mal waren wir als Orga der Rallye ElChott im Land und konnten, bis auf wenige Ausnahmen, nicht wirklich viel vom Land entdecken. Das sollte sich dieses Jahr ändern.
Gemeinsam mit unseren Freunden, Jörg und Conny, Gudrun,.und Herbert, Julia, Lara und Tom, machten wir Grit und Kai uns mit einem Mitsubishi, einem Ford Ranger und Grits Amarok auf den Weg zu einer Tour vor der Rallye.
Aufgrund der Zusammensetzung der Mitreisenden, hatten wir die Tour mehr hotellastig geplant.

Doch bevor ich Euch mit der Reise langweile, ein paar persönliche Eindrücke zum Land.

Manch Einer meint vielleicht, dass Urlaub in einem muslimischen Land nervig, oder gefährlich sein könnte. Nervig im Sinne von Abzocke. Alle Preise muss man durch 5 teilen, jeder will ein Geschäft mit Dir machen und Dich übervorteilen. Ja, in reinen Touristengebieten mag das auch so sein.
Doch je weiter wir uns davon entfernen, desto weniger spürt man davon. Natürlich müssen auch die Leute in der Sahara ihr Geschäft machen, aber man wird nicht übervorteilt und man freut sich auch über die kleinen Dinge. Die Flasche Wasser, oder das Baguette aus dem örtlichen Tante Emma Laden, das Gemüse vom Markt und und vielleicht der Kamelritt, oder die Quadtour in die Sahara, auch wenn wir Die mit unseren Fahrzeugen bequemer bereisen.
Die Leute freuen sich das wir da sind und sie wollen das wir wiederkommen.

Auch das Thema Sicherheit spielt bei so einer Reise eine wesentliche Rolle.

Glaubt man unserer Politik und dem auswärtigen Amt, läuft man Gefahr am laufenden Band ausgeraubt, entführt und abgestochen zu werden.
Ich kann Euch versichern, dem ist ganz und garnicht so.
Natürlich gibt es Kriminalität, das ist auf der ganzen Welt so. Sicher mag Die auch in reinen Touristengebieten größer sein. Im Landesinneren haben wir das nicht bemerkt.
Das ist auch ganz klar. Wer seinen Lebensunterhalt mit Kriminalität verdient, braucht den entsprechenden Nachschub an Opfern. Das ist im Landesinneren ganz sicher nicht gegeben.
Ist vielleicht ein wenig krass formuliert, ein besserer Vergleich fiel mir aber nicht ein.

Die Überschrift, "ein Land im Aufbruch" habe ich nicht zufällig gewählt. Als wir 2011 das erste Mal in Tunesien waren, war das das erste Jahr nach der Revolution. Da war noch viel improvisiert. Die alten Herrscher sind verjagt, die von ihnen eingesetzten Staatsdiener aus dem Dienst entfernt. Die Verwaltung war noch nicht wieder aufgebaut, Polizei und Staatsorgane waren noch im Umbruch. Trotzdem waren sehr viele Individualtouristen im Land. In der Hauptsache Italiener (die habens nicht weit), Franzosen (die können  die Sprache), und ein paar unentwegte Deutsche, die findens einfach nur schön dort.
Für ein muslimisches Land hab ich mich gewundert, wie wenige Frauen ein Kopftuch tragen, auch im Landesinneren. Doch man hat die Unzufriedenheit bemerkt. Die Menschen waren unzufrieden mit dem Ergebnis der Revolution. Die äußerte sich im Widerstand gegen die überforderten neuen Staatsorgane, Demonstarionen und Unruhen. Gegen Ausländer (Touristen) hat sich Dies aber nie gerichtet. Wir sind in den späten Abendstunden einmal in einer Stadt durch eine Demo gefahren. Die Gasse öffnete sich vor uns und schloss sich dahinter wieder. Die Leute klatschten und hoben den Daumen. Die Situation fühlte sich alles Andere als easy an, aber hat auf jeden Fall geprägt.

In den Jahren darauf war zu spüren, dass Hoffnung im Land aufkommt. Mehr Touristen als 2011, es wurde schon langsam knapp auf den Pisten :-) Man muste nicht lang fahren um Jemanden zu treffen.
Überall wird gebaut. Nicht wie bei uns, große leerstehende Komplexe für Anleger. Nein Wohnhäuser und kleine Geschäftshäuser. Also afrikatypisch, unten kleiner Laden, darüber kleine Wohnung.

Nach den Anschlägen 2016 und den damit in Europa einhergehenden Warnungen ist der Individualtourismus komplett zusammengebrochen. Man mag sich fragen, wem das wohl genützt hat, schließlich konnte im Zeitraum der Revolution keine Großmacht die Lage destabilisieren. Wir waren 2016 nahezu die einzige Reísegruppe. In 14 Tagen trafen wir lediglich 7 Italiener.

Seit 2017 geht es wieder bergauf.

In diesem Jahr (2018) haben wir den Aufbruch gespürt wie nie. Reisegruppen ohne Ende, gebaut wird in jedem Winkel. Die Staatsorgene funktionieren, das haben wir bei der Einreise schon gespürt. Im Kleingewerbe wird massiv investiert. Auch die Fahrzeugflotte hat sich verjüngt. Die alten Peugeot Pickups sind modernen Toyotas, Isuzus und Amaroks!! gewichen. Der Kamelvermieter hat ein paar Kamele mehr und der Sahartouranbieter hat seine alten Sandbuggys gegen neue Quads getauscht.

Aber nun kommt das Schlimmste, was wir sehen mussten.

Sogar der Staat investiert mittlerweile! Und zwar in die Infastruktur. Wege, die vor Jahren noch schöne Pisten waren, werden heute asphaltiert. Und wer will schon auf Asphalt fahren, wenn es doch tolle Schotter- und Sandpisten gäbe.

Deshalb mein Tipp, fahrt nicht länger in Sandgruben herum - besucht ferne Länder!




Da es bekanntlich keine Möglichkeit gibt direkt nach Af rika zu fahren, schifften wir uns in Genua auf die CTN Fähre nach La Goulette, dem Hafen von Tunis ein.
22 geruhsame und entspannte Stunden später legte die Fähre an. Die Einreise- und Zolldokumente für die Fahrzeuge haben wir schon an Bord erledigt. Was danach kam, war die schnellste Einreise, die wir bisher erlebt haben. Innerhalb von 20 Minuten hätten wir aus dem Hafen sein können, hätten wir nicht noch ein paar Euro in Tunesische Dinar tauschen müssen.
Spektakulär! Man merkt ganz deutlich, dass die auch die tunesischen Grenz- und Zollbeamten verstanden haben, dass Individualtourismus für das Land wichtig sind.

Und so begann der Urlaub so richtig entspannt, wie man es sich wünscht.
In diesen zwei Wochen vor der Rallye sollte einmal mehr von Land, Leuten und Sehenswertem im Vordergrund stehen. Deshalb waren die ersten zwei Wochen auch mehr eine Hoteltour, bei der der Sandanteil nicht allzu groß war, aber das haben wir auch nicht wirklich vermisst.

Tunesien hat eine lange und vielfältige Geschichte. bereits ca. 70 Jahre vor Christus wurde das heutige Tunesien als erstes afrikanisches Land von den Römern besiedelt. Die damalige Hauptstatt war Carthago. Aber so wie es als erstes afrikanisches Land besiedelt wurde, so wurden letztendlich die Römer in dieser Gegend auch als erstes vertrieben.
Zeugen dieser Besiedlungszeit sind die Stadt Dougga, eine ziemlich gut erhaltene römische Siedlung und das Collosseum von El Jem. Das Collosseum ist kleiner als in Rom, aber meiner Meinung nach besser erhalten. In beiden Locations könnte man gut einen Tag zubringen - Interesse vorausgesetzt.

Landschaftlich hat das Land mehr zu bieten als Sand und Geröll. So gibt es im Grenzgebiet zu Algerien den Grand Canjon von Tunesien.
Die Wasserfälle von Tamerza waren zwar nicht so spektakulär, aber dafür war der Weg dorthin, durch ein kleines Flussbett eine tolle Sache.

Die StarWars Kulissen bei Nefta, ein Touristenmagnet. Die Fahrt über die große Düne- ein Erlebnis. Leider kümmert sich Keiner wirklich drum. Von 2011 bis heute hat sich das einzigartige Ensemble arg verändert und wird irgendwann, in nicht allzuferner Zeit, verschwunden sein.

Nachdem uns die Reise dann irgendwann nach Douz, dem Tor zur Sahara geführt hat, haben wir den ersten Ausflug in den Sand gemacht. Die Fahrt ging in ein ca. 70 Kilometer entferntes Sandrosenfeld. Sandrosen kennt wohl sicher Jeder und man kann sie im Land überall kaufen. Aber selbst welche suchen und "ernten" ist schon etwas ganz besonderes.

Und dann ging es endlich richtig in die Wüste. Über die Touripiste in Richtung Park Jebil, dem Nationalpark von Tunesien, zum Tafelberg Tembaine, ins Camp Mars. Einer Zeltsiedlung mitten im Nichts.
Am Abend wurde mit den Berbern "Sandbrot" gebacken. Eine traditionelle Möglichkeit Brot zu backen. Ein reichhaltiges Abendessen rundete diesen schönen Tag ab. Spätestens abends, wenn im Camp das Licht ausgeht, es still wird in der Wüste und nur noch die Sterne am Himmel funkeln, stellt sich eine absolutes Gefühl der Zufriedenheit ein.

Am nächsten Tag hätte es zwei Wegoptionen gegeben, der Direkte, durch hohe Dünen, oder der längere, aber entspannte Weg zurück zum Park und von dort in Richtung der Oase Ksar Ghilane. Diesen haben wir gewählt und konnten so noch das alte römische Fort ein paar Kilometer vor der Oase besichtigen.

Apropos Oase, Wasser gibt es natürlich wirklich nur dort, wo auch eine Oase ist. Oasen sind auch meist besiedelt und touristisch genutzt. Die Oase Ksar Ghilane ist eine der bekanntesten.
Alle Siedlungen und Camps, die direkt in der Wüste und außerhalb von Oasen, liegen müssen ihr Wasser täglich mit Wasserwagen herankarren.
Aus mancher Oase wird auch im Lauf der Jahrhunderte eine Stadt. So wie Douz, welches vor Urzeiten auch eine Oase war und heute eine Kleinstadt ist.

Ich wollte keinen herkömmlichen Reisebericht schreiben. Ich wollte Euch nur dieses schöne Reiseland etwas näherbringen.

Ein paar Bilder hab ich noch für Euch. Aber dann isses auch gut. Berichte lesen und Bilder guggen ersetzt nicht das Reisen.

Also reist - solange Ihr noch könnt und solange noch nicht alles zugebaut und asphaltiert ist,

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Wow! Danke für den klasse Bericht und die tollen Bilder!
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Klingt nach einem traumhaften Urlaub!  thumbsup


Gruß,
Sandro
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#4

Achso, eine Warnung habe ich übrigens, die man vor dem Bereisen des Landes beachten sollte.

Sahara macht süchtig... Jump


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