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Ladungssicherung
#1

Da ich im Forum neu bin habe ich mal im Forum gestöbert. Interessant was da so alles an Themen "läuft". Im Forumsbereich rechtliches fehlt aus meiner Sicht, das Thema Ladungssicherung. Ein Teil von euch ist Armarokfahrer die den Armarok als PKW vorrangig nutzen, ein anderer Teil nutzt den Armarok zum Transport von Ladung, privat oder gewerblich ist egal.

Wir alle, als Teilnehmer am Strassenverkehr, unterliegen u.a. der STVZO und der STVO

STVO §22 nennt Anforderungen an die Ladung, Ladungssicherung, darf beim Bremsen, Ausweichen, Anfahren nicht verrutschen umkippen. Weiterhin wird hier auf die Ladungssicherung nachden annerkannten Regeln der Technik verwiesen.
         §23 Pflichten Fahrzeugführer

Für die Ladungssicherung gibt es u.a. folgende Regeln der Technik, die bei Kontrollen, Unfällen, Begutachtungen herangezogen werden, von euch bei Wiedersprüchen benutzt werden können:

DIN EN 12195 Teil 1-4. in Teil eins wird unter anderem die Ladungssicherung berechnet. Die Teile 2-4 beschreiben die Anforderungen an die Ladungssicherungsmittel in Machart Gurte, Ketten, Stahldrahtseile. u.a Kennzeichnung der Ladungssicherungsmittel. Fehlt z.B. die Kannzeichnung an den Ladungssicherungsgurten kann es Bußgeld kosten bzw bei Transport von Gefahrgut Punkte in FL geben!

weitere DIN EN Normen: Zurrpunkte an Fahrzeugen, Ladungssicherung auf PKW´s, Kastenwagen .......

VDI 2700 und Anhänge, Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen, im Blatt 2 wird die Ladungssicherung berechnet, weitere Blätter machen Vorschläge wie spezielle Ladung aus Sicht von Ingenieuren gesichert werden kann, welche Anforderungen an Ladungssicherungsmittel (Gurte Ketten, Rutschhemmende Materiealien, Sperrbalken) erfüllen sollen.

Meine Fragen z.B. an VW waren folgende. Was für Haltekraft hat eine Ladungssicherungsöse, wieviel Kraft darf ich in die Stirnwand des Armaroks einleiten. Bei der Ladungssicherungsösen habe ich bei VW Nutzfahrzeuge ein zögerndesn 450 kg bekommen, bei der Stirnwand warte ich heute noch auf ein Antwort. Der Norm nach müssten es 400kg (über die gesamte Breite und zweidrittelhöhe der Stirnwand) sein.
Ich mache mit Gedanken um die Ladungssicherung meiner Wohnkabine, diese wiegt gut 1000kg. die will ausreichend gesichert sein.
Da steckt schon eine Frage drin: Wie groß sind die Trägheitskräfte nach Vorne, zur Seite, nach Hinten. jemand von euch eine Idee?
Wenn ich die Größe der Kräfte kenne, dann kann ich meine Ladungssicherung planen. Der Rest, siehe Regeln der Technik.
Bußgeldfreies Fahren Baeh
Caddytischer
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#2

Hallo,

bei Nutzfahrzeug wird gefordert: 80 % der Ladung müssen über die Stirnwand abgestützt werden. Und 50 % zu den Seiten und zum Heck.

Beim Amarok würde ich aber nach vorn von 100% ausgehen.

Jetzt darfst du in allen Richtungen die Reibung zwischen Fahrzeug und Ladung subtrahieren. Sagen wir mal Reibbeiwert 0,2.

Absicherung in Fahrtrichtung:

(Also 100 % - 0,2 *100%) * g* m(1000kg) = 8000N

In den anderen Richtungen:
(Also 50 % - 0,2 *100%) * g* m(1000kg) = 3000N

Gruss
Lutz


"Dieser Text wurde mit einer Taschenlampe in das offene Ende eines Glasfaserkabels gemorst"
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#3

Hallo Lutz,
so ganz stimmt deine Aussage nicht.
die Stirnwand muss nach Auslegung der Norm das 0,4 fache (40%) der Nutzlast, maximal 5000kg aufnehmen. Es ist nicht gefordert das die Ladung an der Stirnwand anliegen muß. Achslasten müssen eingehalten werden!
Wenn der Armarok 1000kg Nutzlast hat dann heißt es in diesem Fall 400 kg (eingeleitet über die gesamte Fahrzeugbreite und zweidrittel Höhe der Stirnwand.
Von folgenden Trägheitskräften ist im Strassenverkehr auszugehen: vorne 80% des Ladungsgewichtes, Seite, Hinten 50% des Ladungsgewichtes. Die Fachliteratur bezieht sich auf den Anteil der Gewichtskraft, 0,8g, 0,5g
Wobei der 0,8g Wert für LKW´s gilt, hier ist die Bremsverzögerung mit 8m/s2 in den Normen festgelegt, bei den Armarok geht mal von der Bremsanlage eines Kastenwagens (Sprinter, Crafter, DUcato) aus, heißt die Bremsverzögerung liegt bei 9m/s2, also 0,9g, 90% Trägheitskraft.
Das heißt für das Berechnen von 1000 kg Ladungsgewicht, 1000kg x 0,9 = 900kg Trägheitskraft, die müssen durch Ladungssicherungsmaßnahmen aufgenommen werden. Recht hast du mit dem Thema Reibung, Reibkraft, sie kann als Ladungssicherungsmaßnahme mit eingerechnet werden. Nehmen wir mal an eine Holzkiste steht auf der Ladefläche, Materialpaarung Holz auf lackierte Fläche, in den Normen wird ein sogenannter "müh" Wert, µ, für verschiedene Materialpaarungen genannt, ich würde 0,2 ansetzen. Heißt meine Reibkraft die zur Ladungssicherung mit eingerechnet werden darf ist 200kg (Reibkraft = Gewichtskraft x µ, einfacher Reibkraft = Masse x µ (physikalisch nicht richtig!)
Die Kiste von 1000kg setzt eine Trägheitskraft von 900kg frei, 200kg sind davon durch die Reibkraft gesichert, bleiben 700kg über. Wenn die Ladung groß genug ist kann sie an die Stirnwand geladen werden, wenn sie zu klein von den Abmessungen ist, kann die Staulücke nach vorne ausgefüllt werden. In diesem Fall reduziert sich die Resttragfähigkeit um die Kraft die die STirnwand aufnehmen kann. 400kg, bleiben 300kg ungesicherte Trägheitskraft. Also etwas mit Ladungssicherungsgurten "zaubern".
Edler ist es gleich Rutschhemmende Matten aus dem Fachhandel unter die LAdung zu legen. Rutschhemende Matten haben einen "Müh"wert von 0,6. Unsere Rechnung ändert sich nur inhaltlich. 900kg Trägheitskraft - 600kg Reibkraft = 300kg Rest - 400kg Stirnwandhaltekraft = -100kg. Also eigentlich zuviel gesichert.
wenn keine Rutschhemmenden Matten zur verfügung stehen, dann ist die Ladung nicht ausreichend gesichert. Dann müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden. Mit Gurten Niederzurren oder Diagonal/ Schrägzurren. Sollte aber auch berechnet werden, können. Der Polizist tut es, sofern er kann. An Unfälle mit Verletzten mag ich gar nicht denken, dann sind Sachverständige der DEKRA u.a. am Start.
Ladung fachgerecht sichern ist schon eine umfangreiche Baustelle.
Soweit die etwas umfangreiche Berechnung zur Ladungssicherung durch den Aufbau, bitte auch zur Seite und nach hinten berechen! Formeln kann ich gerne nachreichen Vogel   .
Caddytischer
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#4

Moinsen caddytischer,
meine WoKa liegt nicht an der Stirnwand an, was auch wegen dem vorstehenden Rand oben nicht klappt. Maximal würde die WoKa gegen diesen Rand drücken.
Daher ist an den vorderen Zurrpunkten ein Winkel angebaut worden. Die WoKa hat dann zwei Gummi-Abstandshalter, die dann am Winkel anliegen. Somit wird die Last beim (sehr starken) Bremsen in die Zurrpunkte eingeleitet.

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#5

Hallo caddytischer,

Ich hatte geschrieben: für Nutzfahrzeuge.

Zitat:

2011 musste die alte DIN EN 12195-1:2004 zurückgezogen werden,
so dass diese auch nicht mehr als anerkannte Regel der Technik gewertet werden kann.
In dieser Broschüre ist die derzeit gültige Regelung, die VDI 2700 Blatt 2:2014 „Ladungssiche
rung auf Straßenfahrzeugen – Berechnung von Sicherungskräften – Grundlagen“,
berücksichtigt. Diese Norm zählt in Deutschland zu den allgemein anerkannten Regeln
der Technik im Sinne des § 22 der StVO.


Sollte der niedrige Wert von 0,4 tatsächlich für leichte NFZ noch aktuell sein, so ist das
technisch nicht in Ordnung, da bei den heute möglichen hohen Verzögerungen schnell mal 1,0 erreicht wird.

Ich kann mir nicht vorstellen, ddaß die 0,4 noch gültig sind.

Gruss
Lutz


"Dieser Text wurde mit einer Taschenlampe in das offene Ende eines Glasfaserkabels gemorst"
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#6

Hallo Lutz,
die DIN EN 12195/ 1-4 regelt keine Aufbauten. Reine Berechnung der Lasi und Anforderungen für Lasimittel (Gurte, Ketten, Stahldrahtseile).
Wenn ich mich recht errinnere regelt dieses die DIN EN 12642/ 2007, da tauchen die 40% der Nutzlast auf. Leider gilt diese Norm für LKW´s über 3,5t Gesamtgewicht.
In der Tat geht der Streit bei den Ladungssischerungsvorschriften um u.a. Beschleunigungswerten. 0,8g ist der Wert für LKW´s, 0,9 ist der Wert für die "Sprinterfahrzeuge" nach vorne, gestritten wurde sich auch tapfer um die Reibbeiwerte, die sind in der "neuen" Norm für diverse Materialpaarungen genannt.
Letztendlich ist es für die Forumsmitglieder, glaube ich, egal welche Norm für die Stirnwanndfestigkeit gilt, der Hersteller hat darüber Auskunft zu geben was die Stirnwand an Kraft aufnahnehmen kann und unter welchen Bedingungen. Bei meiner Anfrage tut er sich schwer, bis jetzt habe ich keine Auskunft darüber erhalten.
Zu dem Vorschlag mit dem aufgeschraubten Winkel, Danke, soetwas ähnlichen werde ich mir überlegen, allerdings will ich den Raum vor der Kabine bis Laderaumstirnwand ausfüllen, deswegen meine Frage: Was hält die STirnwang eigentlich?
Wenn, wie gezeigt, verschraubt wird, dann ist die Frage auch zu stellen, was hält meine angefertigte Verschraubung, ist sie sach und fachgerecht ausgeführt.
Im übrigen, die Spannschrauben an deiner/meiner Kabine sollen einen Teil der horizontalen Kräfte nach vorne aufnehmen! Leider sind sie in einem recht großen Winkel (70- 80 Grad) gesetzt. Das ist nicht gerade gut, wenn horizontale Kräfte aufgenommen werden sollen, somit wirken recht hohe Kräfte in den hinteren Spannschrauben bei einer Vollbremsung. Je nach Reibbeiwert und Winkel haben die beiden hinteren Spannschrauben 2000 -3000 kg aufzunehmen, wenn vol gebremst wird! Deswegen möchte ich die Kräfte aufteilen, auf die Stirnwand UND Spannschrauben in Kombination eines hohen Reibbeiwertes (sprich Rutschhemmende Matten).
Wobei wir "Kabinenfahrer" dann noch mit dem einhalten der Mindestvorderachslast zu kämpfen haben Huh 
caddytischer
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#7

Falls es irgendwie von Belang ist: Bei mir war ein Aufkleber dabei: Zurrösen= 400kg.
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#8

Danke für den Hinweis.
Beim VW Händler Nutzfahrzeuge wurde mir die Auskunft 450 daN (=kg) gegeben.
Ich werde da also mal nachhaken. Stirnwandfestigkeit steht noch aus.
Caddytischer
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#9

Hallo,

soll aus dem Amarok ein Wohnmobil werden, oder willst du die Kabine nur zeitweise fahren.
Wenn du nur zeitweise fährst, ist das kein Aufbau sondern Ladung.
Erst wenn du diese fest mit dem Fahrzeug verbindest wird aus Ladung ein Aufbau oder Rüstzustand.

Gruss
Lutz


"Dieser Text wurde mit einer Taschenlampe in das offene Ende eines Glasfaserkabels gemorst"
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#10

Hallo Lutz,
die Wohnmobileintragung bekomme ich nur wenn die Kabine dauerhaft mit dem Trägerfahrzeug verbunden wird. So die Aussage der Zulassungsstelle.
Die meisten Kabinenfahrer fahren eine Ladung durch die Gegend in der sie zufällig auch wohnen können. Eintrag LKW oder Pick Up
Genau deswegen habe ich den Aufschlag mit der Festigkeit dern Stirn-, Seiten-, Rückwand gemacht.
Eine Ladung von 1000 kg freistehend auf einer Ladefläche zu befestigen ist schwierig. Bei derKabine nicht möglich
Niederzurren, je nach Laschwinkel, berücksichtigte Reibkraft, Vorspannung der Gurte (mehr wie 400 daN geht nicht) werden 3-5 Gurte benötigt. Problem ist, dass nur zwei Laschaugenpaare zur Verfügung stehen. als max 2 Gurte zum Niederzurren gespannt werden können.
Bleibt nur der Formschluss mit Gurten, Spannschrauben. Wie schon geschrieben je nach Laschwinkel, Reibung werden da schnell 2000 bis 3000 daN an Kraft in die Gurte/Spannschrauben und Ladungssicherungsösen eingeleitet. Deswegen möchte ich gerne die Stirnwand als Gegenhaltekraft mit einbeziehen. Bis jetzt habe ich von VW Händlern, VW Nutzfahrzeuge Hannover, VW Wolfsburg keine Aussage bekommen.
Ist schon spannend wie VW mit, aus meiner Sicht einer einfachen Frage, damit umgeht.
Bei einem LKW über 3,5t wäre das kein Problem, ein Blick in die DIN EN Norm und gut. 0,4 der Nutzlast, max 5000 daN ist gefordert.
Ich bleibe da am Ball.
Caddytischer
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#11

Zumindest beim V6 sind zwei zusätzliche Zurrpunkte orderbar. Also dann in Summe sechs Stück.
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