Die Ausrüstung
Unsere Ausrüstungsliste ist umfangreich, wir haben die mit der PackingPro App gemacht und in Excel bearbeitet - zum Schluss fast 500 Positionen mit vielen verschiedenen Kategorien (pro Person wohlgemerkt)
Kategorie: Photo
Das Ziel war eine komplett redundante Ausstattung, also selbst bei Verlust einer Kamera oder eines Stativs musste es weiter gehen können. Also 2 Vollformat DSLR pro Person. Die wichtigsten Linsen waren die Ultra-Wides, hier das 14-24, einmal auf der DSLR von meiner Freundin und auch auf meiner. Dies ist ein sehr schnelles Objektiv, Polarlichter sind anspruchsvoll. Auf meiner zweiten DSLR gab es ein "Special" - ein 8mm f/2.8 Fischauge. Fast 30 Jahre alt, in nahezu perfektem Zustand. Der Abbildungswinkel bei diesem Objektiv beträgt 180 Grad, also kann ich damit den kompletten Himmel auf nur einem Bild festhalten. Die letzte DSLR hat Nachts ein 14mm Festbrennweite drauf gehabt. Tagsüber war ich mit einem 50mm Festbrennweite unterwegs, meine Freundin mit einem 24-70. Telezooms plus Konverter hatten wir auch dabei, aber bisher nicht benutzt. Das 8mm trohnte über uns auf einem besonders hohen Stativ, insgesamt hatten wir 8 Stück dabei. Klingt viel, aber bei den Lichtverhältnissen gelingen die Bilder ohne Stativ nicht mehr so gut. Neben den schweren Stativen für die Nächte haben wir noch durch Reisestative für Tagsüber ergänzt und mein Dolly war auch dabei, allerdings auch nicht im Einsatz. Daneben gefühlt eine halbe Tonne Akkus und viel Zubehör, wichtig vor allem auch die Fernbedienungen, damit die Kamera auf dem hohen Stativ bedient werden kann (da kommt man nicht mehr an die Knöpfe, wenn erst einmal aufgebaut). Und man die Hände möglichst wenig an die Kamera legen muss, das entzieht extrem schnell Wärme.
Kategorie: Outdoor
Wir sind vielleicht übervorsichtig, aber wir waren ausgerüstet, um notfalls 2-3 Tage irgendwo draussen fest zu stecken. Die Fahrten in der Nacht waren nicht immer so trivial, wir waren teilweise auf nicht gut geräumten Schotterstrecken unterwegs, da sollte man immer einen Plan B haben. Also hatten wir Schlafsäcke und einen Kocher im Gepäck plus den übliche Kram, also Feuerzeuge nebst Sturmstreichhölzern, Reepschnur und Seil, eine Tarp und was man noch so alles brauchen kann. Bei der Kleidung war aber klar, dass wir alles brauchen werden, man kühlt gerade bei Wind Nachts sehr schnell aus und so viel bewegt man sich beim Fotografieren auch nicht. Trotzdem darf es nicht Dampfdicht sein, denn auf dem Weg zum Spot kommt man schnell ins Schwitzen, gerade weil wir pro Person mehr als 20 Kilogramm Ausrüstung zu schleppen hatten. Wir haben uns für ein Dreischicht System entschieden, also Funktionsunterwäsche, dann Flies, dann gefütterte Hose und eine gute Jacke (Canada Goose, aber nicht die Modejacken, sondern die Expeditionsparkas). Schwere Winterstiefel mit Akku-betriebenen Heizsystem. Für den Notfall hatten wir dann auch noch eine komplette Hardshell Garnitur dabei, die wäre als vierte Schicht auch zum Einsatz gekommen, wäre es kälter gewesen, aber sehr viel niedriger als -20 hatten wir es kaum.
Kategorie: Technik
Das übliche. Aber vor allem mehrere iPads, davon ein iPad Mini auf einer Brodit Halterung im Fahrzeug. In Finnland und in Norwegen jeweils mit Prepaid SIM Karten ausgestattet, damit wir Karten laden konnten und vor allem den Wetterbericht. Und natürlich die Polarlichtvorhersagen. Primär kamen dabei die Apps MotionX, YR.NO und Solar Monitor zum Einsatz. Abdeckung war immer recht gut, aber in Norwegen war das Thema Prepaid Karte etwas komplexer. Wir mussten unsere Prepaid Karte per Telefon aufladen und dafür brauchte es einen Nano- auf Mikro-SIM Adapter um sich dann durch eine Sprachführung auf Norwegisch durchzukämpfen.
Kategorie: Fahrzeug
Nach den Island Trips hat das Amazebra ja schon eine ansehnliche Basisausstattung, aber die wollte erweitert werden. Dabei war einiges "Plan B", vor allem die Winde (falls man auf besagten Schotterstrecken von der Strasse abkommt und sich aus dem Graben ziehen muss) und die Dieselfilterheizung. Wirklich super war die Standheizung, auch wenn die nicht durchlaufen kann, die Extrabatterien und vor allem die Extra-Fernlichter von Lazer. Gerade das Extralicht hat einiges bewirkt, das hat einen grossen Unterschied gemacht. An Zubehör haben wir vor allem die Schraubspikes wirklich gebraucht, aber auch das restliche Werkzeug ist mehrfach zum Einsatz gekommen. Ersatzbirnen haben wir auch schon 2 durch, die Halogenlampen halten in der Kälte nicht mehr so lange. Bisher lief aber alles recht glatt, nur das Rollcover bekommen wir nicht mehr auf - erst eingefroren, dann nicht mehr zu öffnen. Wir kommen aber über die Heckklappe an alles wesentliche ran. Das meiste steckt davon in Zarges Boxen, robust und geschützt verpackt, die Feuchtigkeit und damit das Eis kommt überall rein. Wir haben auch ein Batterieladegerät dabei plus Pumpe und Bergeseile, wäre gut, wenn das auch weiter nicht zum Einsatz kommt.
Wenn sich jemand daran für einen eigenen "Ausflug" orientieren möchte, dann kann ich das Excel auch gerne zur Verfügung stellen, da steckt einiges an Arbeit an brauchbaren Kategorien und Unterkategorien drin.