Hallo zusammen,
ich selbst habe keine Erfahrung mit einer LiFePo als Starterbatterie.
Ich denke aber, dass sie gegenüber einer "normalen" Batterie (Blei/Säure, AGM) durchaus im Vorteil sein sollte, wenn sie entsprechend ausgelegt ist. Spezielle LiFePo Starterbatterien sind für tiefere Temperaturen ausgelegt als z.B. LiFePo-Versorgungsbatterien, es ist mehr ihrer Kapazität nutzbar als bei anderen nicht-Li-Batterietypen und sie verfügen über ein BMS, das speziell auf die Bedürfnisse als Starterbatterie eingerichtet ist. Eine LiFePo die als Versorgungsbatterie in z.B. Wohnmobilen ausgelegt ist, wird als Starterbatterie aber kläglich versagen.
Ich würde noch gerne auf die von evante erwähnten Punkte eingehen:
1. eine LiFePo hat sehr hohe Ladeströme, die eine LiMa die nicht dafür ausgelegt ist nicht so gerne liefert. Insb bei Teillast,wenn der angeflansche Lüfter nicht so viel Kühlung bringt.
LiFePo sollten mit maximal 1C oder wegen längerer Haltbarkeit besser mit 0,5C geladen werden. Bei einer 100Ah Batterie die mit 0,5C geladen wird, bedeutet das einen Ladestrom von 50A. Moderne Lichtmaschinen liefern Ströme jenseits der 100A. Da einer gesunden Starterbatterie bei einer nur sehr kurz dauernden Belastung nicht besonders viel ihrer Energie entnommen wird, dürfte das Nachladen über die Lichtmaschine auch mit der zusätzliche Last der Nebenverbraucher kein Problem sein.
2. Das BMS ist so gedacht, wass es primärr die Batterie schützt. D.H. je nach Zustand der Batterie kann es dazu führen, dass eifrig Ampere hinein fließen und das BMS "Plötzlich" die Batterie abkoppelt. (z.B. wenn es zu kalt wird)
Das BMS ist der wichtigste Teil einer Lithium-Batterie. Bei einer als Starterbatterie ausgelegten LiFePo übernimmt es die Balancierung der einzelnen Zellen, schützt vor Überspannung und Tiefentladung, kümmert sich um den Ladestrom und die Ladespannung. Abschalten wird es bei einer Überlast der Batterie, bei zu hohen Batterietemperaturen und viel zu hohen Eingangsspannungen, die bei einer funktionierenden Bordelektrik nicht auftreten dürften. Bei kalten Temperaturen sollte das BMS auch den Ladestrom in die Batterie begrenzen.
Den Punkt dass viele Ampere in die Batterie fließen und das BMS die Batterie abkoppelt kann ich nicht nachvollziehen. Wie genau meinst du das?
3. Wannimmer das BMS die Batterie abkoppelt wird deine Boldelektrik nur noch von der Lima (ggf euro 6?) "gespeist". Sie kann also Spromlos sein, Übersannung /Unterspannung haben etc. Die Batterie die die Spannung (vereinfacht gesagt) glättet fehlt ja dann. Also sich zerschossene Steuergeräte / Fehlerhafte Systemzustäde mitten wären der Fahrt möglich.
Die Ausgangsspannung der Lichtmaschine schwankt in der Gegend von 13,4V bis 14,8V. Diese Spannung wird von der Starterbatterie nicht geglättet. Sie benötigt diese höheren Spannungen ja auch um überhaupt geladen zu werden. Schaltet eine Euro 6 Lichtmaschine zurück oder sogar ab, wird das Bordnetz nur noch von der Batterie versorgt und man pendelt sich bei der Batteriespannung um die 12V ein. Die Steuergeräte sind für die Spannungsschwankungen ausgelegt. Ich wüsste nicht, warum das BMS die Batterie einfach auskoppeln sollte, außer beim Auftreten eines Fehlerzustandes wie ich sie oben erwähnt habe. Auch nicht Li-Batterien können Defekte aufweisen, die ihre Spannung zusammenbrechen lässt.
4. Die LiFePo haben eine höhere Endspannung als normale Batterien. Du wirst mit einem Ladegerät für eine normale Batt einen LiFePo kaum voll bekommen. Zumal die Kennlinine "Spannung zu Ladezustand" bei der LifePo im Nutzbereich extrem flach verläuft.
LiFePo haben eine Ladespannung von 14,4V, AGM bis zu 14,8V.
Die Kennlinie Spannung zu Ladezustand ist von Bedeutung wenn man anhand der Spannung den Ladezustand beurteilen will, was bei LiFePo tatsächlich schwierig ist. Um das Vollladen sollte sich ein gutes BMS kümmern, das anhand der Spannung und des aufgenommenen Stroms regelt.
Wie gesagt, ich denke, dass eine gute LiFePo Starterbatterie durchaus ihre Vorteile hat. Ob diese Vorteile den höheren Preis Wert sind muss man selbst entscheiden.
Zum angesprochenen Fall mit der Standheizung stellt sich dann auch die Frage, ob man nach Gebrauch der Heizung und dem Motorstart lange genug fährt um die Batterie wieder auf den vorherigen Zustand aufzuladen. Ansonsten ist sie einfach nur ein paar Tage später leer oder schwach als eine gewöhnliche Starterbatterie.