Wie der ein oder andere hier weiß, bin ich überzeugter de-googled-Android-Nutzer (Apple ja, irgendeinen Tod müssen alle sterben) und begeisterter Anhänger der Karten-App MagicEarth (ME) von MagicLane (Schweiz): Privacy first, kostenlos, Karten für Offlinenutzung einzeln herunterladbar, Verkehrsmeldungen, Blitzer (und mit so witzigen Nebenfunktionen wie Dashcam-Modus, mit der man das Handy ggf. nicht nur zum Navigieren, sondern gleichzeitig als Dashcam nutzen konnte).
Leider sind die Zeiten nun vorbei. Erst wurden ein paar Funktionen ersatzlos gestrichen (u.a. o.g. Modus, habe ich nie genutzt, trotzdem schade für viele), immer mal wieder kleinere, merkwürdige Änderungen und Zurücknahmen, dann waren keine Satellitenbilder mehr verfügbar (nachvollziehbar -> Lizenzkosten) und Juni/Juli/August 2025 wurde unter iOS eine Abozahlung notwendig, um überhaupt noch auf seine Favoriten zugreifen zu können.
Seitdem ist auch kein Export der Favoriten mehr möglich, was in der Tat besonders ärgerlich ist. Der Import von Strecken ist unnötig umständlich. Dafür sind blödsinnige POIs (von Foursquare) dazugekommen, die sich bestenfalls doppeln. Schlimmstenfalls steht auf einmal echt krudes Zeug auf der Karte oder bspw. Tankstellen, die es gar nicht gibt.
Die Abogebühr belief sich auf einen "symbolischen" (lt. MagicLane) Betrag von 0,99€.
Im Dezember 2025 schließlich kam der Klopper: die Gebühr wurde auf 14,99€ angehoben, zu Weihnachten wurde ein Sonderangebot über 6€ geschaltet.
Unter Android sollen andere Preise gelten (20€?).
Navigation ist online kostenlos möglich, mit Verkehrsmeldungen. Karten Download für Offline Nutzung und Favoriten nur noch mit aktivem Abo.
Nur kurz an der Stelle: Mir geht es nicht um die Gebühr an sich.
Ich habe MagicLane Bugs gemeldet und bei jeder Gelegenheit um eine Möglichkeit gebeten, dem Unternehmen zumindest eine Spende zukommen zu lassen, um mich für die tolle App zu bedanken. Dass die Navigation immer mal wieder komisch war, mich in offensichtlich gesperrte Straßen lotsen wollte (oder seit Monaten wieder geöffnete Straßen ignorierte), geschenkt: Erstens liegt das an Openstreetmap, da kann jeder mitmachen und Ungereimtheiten melden. Zweitens hat jeder Augen im Kopf und sollte sich zu keinem Zeitpunkt ganz allein auf eine Navi App verlassen.
Was mich aber massiv stört, ist die nicht stattfindende Kommunikation. Man wird vor vollendete Tatsachen gesetzt. Insbesondere was die Favoriten betraf, sowas ohne Vorankündigung zu streichen geht einfach gar nicht.
Das könnte man sich als einer der "Big Player" leisten, weil wenig ernstzunehmende Konkurrenz mit am Tisch sitzt. Erst recht aber nicht, wenn man ein solches Nischenprodukt vertreibt. Bei dem die Nutzerbasis eine gewisse Leidensfähigkeit bereit ist aufzubringen, um über unfertige oder einfach schlechte einzelne Details hinwegzusehen, weil das Gesamtpaket dennoch stimmt.
Dass so eine App etwas kosten muss und nicht auf ewig frei sein kann, ist absolut klar. Dennoch muss man mit den Leuten reden. Vorher.
Aber die Community, die man schließlich zu einem Bezahlmodell bewegen möchte (damit verständlicherweise beide Seiten etwas davon haben), mit einem deutlich schlechteren Funktionsumfang und massiv gestiegenen Kosten "überzeugen" zu wollen, halte ich für ausgesprochen dämlich.
Zeit, um sich nach Alternativen umzusehen.
Mit dem Thema möchte ich nur einen kleinen Tipp weiterreichen, für all diejenigen (wenigen), die ebenso auf der Suche nach einer gescheiten Navilösung sind und sich aus Gründen nicht auf Google / Apple / Microsoft Bing Maps verlassen wollen. Ich versuche, mich im Startpost möglichst kurz zu halten.
Seit einiger Zeit probiere ich OsmAnd und CoMaps aus.
(Ups, Zeichenlimit. Also dann aufgeteilt in Beiträge.
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