Wie gegenüber VW verhalten?

  • Sorry, falls diese Frage schon irgendwo gestellt und beantwortet wurde - ich bin nicht drüber gestolpert...


    Mit unserem 120kW-Amarok EZ2012 sind wir ja wohl voll im Abgassumpf mit dabei. Demnächst laufen die Fristen aus, in denen man Ansprüche geltend machen kann. Was ist da jetzt wohl der Königsweg? Irgendein Dienstleister, der möglichst viel Geld rausholt und davon dann 35% behält? Oder bei der vom ADAC unterstützen Musterfeststellungsklage des vzbv aufspringen? Oder einfach selbst an VW schreiben?


    Die kürzlich wieder durchs Dorf gejagte Variante, dass die Politik die Autoindustrie evtl. nur zwingen will, gute Rückkaufangebote zu machen, kommt für mich nicht in Frage. Die Veth-Verlängerung, die Konservierung, der Umbau auf Wohnkabinenträger - so gut kann der Rückkaufpreis gar nicht sein, dass ich da drauf eingehen würde, zumal der PU erst 60tkm gelaufen ist.


    Gefallen würde mir einen AdBlue-Nachrüstung auf Kosten von VW. Wie ist da eure Meinung dazu?


    Alternative wäre eine Barabfindung wegen Wertverlust - und das Auto bleibt bei mir. Aber so eine Variante habe ich jetzt schon länger nicht mehr gehört.


    Und noch eine generelle rechtliche Frage: Ich habe das Gespann ja erst im Frühjahr 2017 gekauft - also im Zweifelsfall nicht mehr ganz unwissend und der Vorbesitzer hatte die Updates auch machen lassen, was er mir auch gesagt hat. Stehe ich damit juristisch anders da, als wenn ich das Fahrzeug vor Bekanntwerden der Abgasproblematik gekauft hätte?


    Hat jemand ähnliche Fragen zu klären und ist schon weiter mit der Meinungsbildung? Ich würde mich über Tipps freuen!


    Dank euch schön und VG, Klaus

  • Moin,


    woraus willst Du eventuelle Ansprüche ableiten?


    Du hast das Auto schon mit dem Update (und in dem Bewusstsein der Abgasthematik) gekauft , Dir ist kein Schaden entstanden.
    Zudem ist die das Abgasthema sicherlich bei der Preisfindung für den Gebrauchtkauf von Vorteil gewesen.


    Wolltest Du jetzt sinngemäß ein zweites mal abkassieren?
    Dann bist Du nicht besser als die verantwortlichen VW-Manager.

    Hier im Norden sind die Berge nicht hoch, sondern lang und manchmal kurvig :-)

    Einmal editiert, zuletzt von Deichrutscher ()

  • OK,


    in Bezug auf Fahrverbote sieht das anders aus, wobei auch da müsstest Du ja einen "Schaden" für Dich nachweisen.


    Das Thema steht dann aber nicht im direktem Zusammenhang mit dem Abgasskandal, das trifft ja auch "gesetzlich einwandfreie" Motoren.
    Meiner z.B. ist nicht vom Abgasskandal betroffen, in die beiden Strassen in Hamburg darf ich aber trotzdem nicht.

    Hier im Norden sind die Berge nicht hoch, sondern lang und manchmal kurvig :-)


  • Hallo Deichrutscher,


    na ja, das Softwareupdate kann ja wohl nur als halbseidene Sofortmaßnahme durchgehen, die meinem Wissensstand nach die eigentlich zugesicherten Abgasnormen nicht herbeizaubern kann. Hinzu kommt das erhöhte Ausfallrisiko des Motors bzw. der beteiligten Komponenten durch das Update. Meine Werkstatt hat mir spontan einige Kunden-VWs aufgezählt, die erstaunlich kurz nach dem Update massive und teure Probleme bekommen haben. Diese Info habe ich tatsächlich erst nach dem Kauf bekommen. Und bei Kauf war die Abgasproblematik wider Erwarten nicht so das Thema. Evtl. wollte der Verkäufer das Auto deswegen los werden, ich war da etwas unbedarft und hatte v.a. die Wohnkabine im Blick. Klar hatte ich den VW-Skandal mitbekommen, habe aber wirklich im Vertrauen darauf gekauft, dass VW die Sache auch in Europa noch in akzeptablerer Weise reparieren wird als durch das softwaremäßige Abschalten der illegalen Abschaltalgorithmen, die ursprünglich zum Schutz von Motor und Co. reingeschummelt wurden.


    Ich hatte ziemlich fest mit SCR-Nachrüstlösungen für alle betroffenen Modell gerechnet, sehe aber aktuell zu wenig Druck seitens der Politik in diese Richtung.


    Mit meiner ungeliebten Alternative einer Barabfindung würde ich mich ggf. auf die Suche nach kompetenten Anbietern machen und das Auto selbst auf einen vertretbaren NOx-Ausstoß bringen. Reines Abkassieren habe ich mit der Variante eigentlich nicht im Sinn, konnte man aber tatsächlich so raus lesen aus meinem Eingangsposting.


    Schönes Wochenende und VG,
    Klaus

  • Moin Klaus,


    da hatte ich dann vielleicht auch etwas "zu direkt" geantwortet :-) , sollte keine Unterstellung sein.


    Dein Problem ist aber, dass VW sich mit dem duchgeführtem Update auf rechtlich abgesicherter Basis befindet.
    Tausende Motoren laufen auch nach dem Update, Deiner anscheinend ja auch.
    Somit wieder kein nachweisbarer Schaden (und der ist nunmal Voraussetzung, um Schadenersatz zu erhalten)


    Solange die Politik da nicht Vorgaben macht, wird da nichts zu holen sein.
    Statt Geld direkt auszuzahlen, könnte man gegen eine vorgelegte SCR-Umbaubescheinigung die Kostenerstattung erhalten.


    Ralf

    Hier im Norden sind die Berge nicht hoch, sondern lang und manchmal kurvig :-)

  • Statt Geld direkt auszuzahlen, könnte man gegen eine vorgelegte SCR-Umbaubescheinigung die Kostenerstattung erhalten.


    Wäre eine denkbare Option, mit der ich mich anfreunden könnte. Allerdings würde damit die Verantwortung für ggf. auftretende Probleme mit der Nachrüstung auf den Kunden bzw. den Ausrüster abgeschoben werden. Seriöser wäre aus meiner Sicht, wenn der problemverursachende Konzern Geld in die Hand nehmen würde um eine solide SCR-Technik (v.a. die notwendige Steuerung) zu entwickeln. Als Laie würde ich mal davon ausgehen, dass der Hersteller seine Motorsteuerung am genauesten kennt und die mit der SCR-Integration einhergehenden Herausforderungen am besten lösen können sollte. Aber mit dieser Variante legt man kein weiteres Rekordjahr bei VW hin, wie direkt nach dem Skandal durch Neukaufanreizprogramme geschehen.


    Letztendlich ist das mal wieder ein Paradebeispiel für die nicht vorhandene Unabhängigkeit der deutschen Politik, wenn es um wirtschaftsrelevante Entscheidungen geht. Man könnte es auch mit "Wer zahlt schafft an!" erklären. Die Automobilindustrie ist nun mal direkt und indirekt für einen sehr großen Brocken des Steueraufkommens verantwortlich. VW und Co. wurden in der Vergangenheit ja bereits als "systemrelevante" Marktteilnehmer bezeichnet. Die gilt es natürlich zu schützen - in unser aller Interesse. Aber mit Blick auf die VW-Rekordzahlen der letzten Jahre kommt mir der Verdacht, dass die Automobil-Lobby verdammt gute Arbeit macht und sich VW einen vernünftigen Umgang mit den europäischen Kunden durchaus leisten könnte. Und vergessen sollte man beim Streiten auch nicht, dass es letztendlich um die NOx-Belastung, deren Auswirkungen auf unser aller Gesundheit noch nicht wirklich geklärt ist.


    Schönen Abend noch und knitterfreie Woche,
    Klaus

  • Moin zusammen,


    das Klageregister beim BfJ ist kürzlich eröffnet worden.
    Man kann sich jetzt in das Klageregister der vom ADAC unterstützen Musterfeststellungsklage des vzbv eintragen.


    Gruß Karsten

    Auch wenn morgen die Welt unterginge würde ich mir noch heute einen AMAROK kaufen!