Hinterradbremse raucht nach Kompletterneuerung ab

  • Servus,


    gerade gestern erst habe ich auf Anraten des neues Mechanikers meines Vertrauens meine Bremsen rundherum erneuern lassen. Ich war zwar skeptisch, denn ehrlich gesagt hielt ich den Eingriff für verfrüht, aber da ich ursprünglich vorhatte, demnächst eine Tour durch Polen zu unternehmen, wollte ich das lieber vorher erledigt wissen. Am Abend habe ich das Auto wieder abgeholt.


    Heute bin ich nur zur Arbeit, zu einem Kunden ums Eck und anschließend nach Hause gefahren.

    Pünktlich nach Feierabend auch der letzten noch geöffneten Werkstatt, dazu vor den Feiertagen und 1,5km vor Ankunft zuhause bemerke ich dann bei einem ziemlich zufälligen Blick in den Seitenspiegel eine üble Rauchentwicklung an einem der Räder.

    1 und 1 zusammengezählt, die Bremsbacken wurden zu fest angezogen. Davon habe ich bis dahin nichts bemerkt.

    Nachdem ich den Wagen erstmal zum Abkühlen an der Seite abgestellt und im Verlauf der Wartezeit mit reichlich Wasser abgelöscht hatte, habe ich überlegt, was da wohl alles in Mitleidenschaft gezogen worden sein könnte?

    Also Temperatur war reichlich vorhanden: Die Felge war heiß, von dem Trommelbremsgehäuse ganz zu schweigen. Es roch extrem verbrannt. Der Lack des Gehäuses hatte sich gelöst und wurde rundherum auf der Innenseite der Felge festgebacken. Das Wasser ist erstmal sofort verdampft, nachdem es mit den offensichtlichen Stellen in Berührung kam.


    Darf damit gerechnet werden, dass hier mehr als nur die Bremsbacken gelitten haben? Die gesammte Trommelbremse? Vielleicht auch das Radlager? Oder mache ich mir ganz umsonst Sorgen und das ist alles halb so wild?

    Ich weiß, ohne reingeschaut zu haben, kann man da nicht viel sagen. Aber ich würde mich über eure Einschätzungen freuen, was ihr denken würdet, wenns euch passieren würde.

    Sowas gleich als erstes Extra bei einer neuen Werkstatt finde ich ganz schön heftig und stärkt nicht gerade mein Vertrauen in diese.


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    Ganz rechts sieht mans ein bisschen qualmen (Screenshot aus einem Video), nachdem ich schon eine ganze Weile gestanden habe und das schlimmste rum war.

  • Servus


    das schaut übel aus, hast du das nicht gemerkt das er schwer läuft und alleine bremst beim ausrollen?, der Pedalweg muß auch extrem kurz gewesen sein, wenn die Beläge schon anliegen


    ja gut, ich weiß das unsere Kisten genug Power haben, aber wenn die so heiß werden das der Lack wegbrennt, dann müssen die schon gut schleifen


    das löschen mit Wasser war natürlich keine gute Idee, das kann Spannungsrisse geben, also ich würde zu nem Gutachter gehen, der wird vermutlich sagen das alles getauscht werden muß, inkl Radlager und Simmerring, hoffentlich hat die Werkstatt ne gute Versicherung, der Spass wird nicht ganz billig


    trotzdem schöne Feiertage, lass dir die Laune nicht zu sehr verderben


    Gruß Mani

  • Ich danke euch beiden für eure Einschätzung.

    Danke auch für die aufmunternden Worte. Euch wünsche ich natürlich auch schöne Osterfeiertage.


    Das ist es ja, was ich mir nicht erklären kann.

    So beim Anfahren gestern Abend habe ich zwar schon gedacht: "Irgendwie fühlt es sich ein bisschen langsamer an, braucht länger als sonst um in die Pötte zu kommen", aber nicht in dem Maß, dass ich mir Sorgen gemacht hätte.

    Gestern Morgen wars kalt, 2,5 Grad, da braucht er eben ein bisschen, bis er warm und zügiger wird. Was wohl auch erklärt, warum ich nach Ankunft bei der Arbeit beim Aussteigen nichts bemerkt habe (kein verbrannter Geruch). Weil die Außentemperatur so niedrig war.

    Um 17:15 Uhr wars dagegen noch recht warm, weil den Tag über die Sonne geschienen hat (die rechte Seite stand in der Sonne) und erst bei den beiden Fahrten (zum Kunden 11km, Standzeit 20-30min, und schließlich zu mir nach Hause, 17km) habe ich Geruch bzw. Geruch und Rauch bemerkt. Bei letzterem kam ich gerade von der Autobahn.

    Der Pedalweg... hm, ja, kürzer. Aber ich dachte, das liegt eben genau daran, dass die Bremsen rundrum neu gemacht wurden. Es ist auch nur rechts, die linke scheint in Ordnung zu sein.


    Falls sowas nochmal passieren sollte, meinst solange da keine Flammen rausschlagen sollte man das mit dem Wasser sein lassen? Ich hatte einfach Schiss, dass mir das Auto gleich abbrennt. Hab sowas mal bei einem "ausgewachsenen" LKW gesehen.


    Ich habe Hemmungen, Wolfi zurück in die Werkstatt zu bringen. Zwar ja, den Mangel sollen sie beheben dürfen (steht ihnen ja auch zu), aber nicht ohne, dass ich in irgendeiner Art "Beweissicherung" betrieben habe. Also ja, Gutachter werde ich wohl dransetzen. Danke, dass Du denselben Gedanken hast.


    Bisher dachte ich immer, Trommelbremsen wären eher einfache Technik. Oder gibts bei unseren Autos irgendwas wichtiges zu beachten, das bei keinem anderen so ist und den Fehler zumindest nachvollziehbarer machen würde?

    Ich will dabei keine Lanze für die Werkstatt brechen – ich bin stinksauer! Weil gerade jetzt so viel dranhängt: Nächste Woche 200km entfernte, wichtige Weiterbildungsveranstaltung, die ich nicht sausen lassen kann, und danach besagter Urlaub, den ich mir jetzt sparen darf. Von beidem wusste die Werkstatt wegen der Terminvereinbarung.

  • Ist eine ganz normale Trommelbremse, nix besonderes. Bei mir war mal ein Seil fest, da hats auch gestunken nach 10km, aber nicht gequalmt und die Farbe war noch ok. Hab dann innen alles neu gemacht inkl Seile und Radbremszylinder, Trommeln hab ich gelassen. Aber wie gesagt, war nicht ganz so extrem.


    Wichtig ist eine richtig ausgeführte Grundeinstellung!

    "Die Stärke des Wolfes ist das Rudel, die Stärke des Rudels ist der Wolf!"

  • Das spannende ist ja, letzte Woche war das Auto schonmal bei denen.

    Da habe ich außer dem Ölwechsel auch nach der Handbremse schauen lassen. Die ließ sich nämlich bis zum Dach hochziehen. Daraufhin wurde die Bremsflüssigkeit gewechselt und eben irgendwas an der Handbremse, der Hebel zog wieder schön zackig an.

    Daraufhin wurde ja erst die Empfehlung ausgesprochen, ich solle die Bremsen möglichst zeitnah erneuern lassen.

  • So hatte das mal eine VW-Vertragswerkstatt einer großen "Gruppe" bei mir zusammen gebaut gehabt. Ich konnte den Handbremshebel auch bis zu Himmel ziehen. Gebremst hatte er nur noch per Fussbremse. Die Nachstellung war ja falsch zusammengebaut und ging gar nicht mehr. Ich habe danach alles neu gemacht. Zur Sicherheit. Beläge, Federn, Nachstellung und Trommeln. Wenn man das falsch zusammenbaut, können noch ganz andere Sachen passieren. Auf meine Rücksprachen wurde nur mit Arroganz eines "Werkstattleiters/Serviceleiters" reagiert. Fachwissen war bei dem gleich NULL. Er ist ja nur für Prozesse verantwortlich. Lust auf Klagerei hatte ich hier auch nicht, da das fast 4 Jahre her war. Ich mach jetzt wieder so weit geht alles selbst. Und das ist bis auf TÜV so ziemlich alles. Richtig sieht das so aus, wie auf den Bildern mit den neuen Bremszylindern. Die Seiten sind gespiegelt. Eine hat "Rechts- und die andere Links-Gewinde". Auch hierauf muss man achten. Nur für den Fall, dass Du das selbst machen möchtest. Zum Grundeinstellen habe ich einen großen Messschieber benutzt und dann die Trommeln aufgesetzt. Bis heute keine Probleme. TÜV war OK von den Werten. ich glaube das waren 5% Differenz.


    Guß Holly

  • Vielen Dank für Deine Tipps und die Bilder dazu, Holly !


    Leider habe ich keine Möglichkeit zum Selberschrauben, aber ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass ich damit besser bedient wäre...

    Bei VW war ich das letzte Mal 2018, seitdem nur freie Werkstätten. Mit der in Bayern hats nie Probleme gegeben. Und der Mann war komplett alleine.