Das kommt auf die Felge an, denn je nach Felgenhersteller kann der das so oder so vorschreiben. Pauschal „Kegelbund schlecht, Kugelbund gut“ gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Bund der Schraube zum Sitz in der Felgenbohrung passt: entweder Kegelbund (60°), wie bei vielen Zubehörfelgen, oder Kugelbund mit dem passenden Radius, wie bei vielen VW-Originalfelgen.
Passt das nicht, liegt die Schraube nur linienförmig an. Das bedeutet Vorspannkraftverlust bis zum Lösen und beschädigte Sitze. Dass es lange gut ging, heißt nicht, dass es richtig war. Ein Blick auf die Sitze in der Felge lohnt sich.
Für die Rocadura am Amarok (bis 2023) nennt dir VW über die Teilenummer der Felge im ETKA die zugehörige Radschraube. Das ist die sicherste Quelle. Neben dem Gewinde M14 x 1,5 muss die Länge (ausreichende Einschraubtiefe) passen. Der „lose“ Kugelbund ist ein drehbarer Bundring, der für eine gleichmäßigere Vorspannkraft sorgt. Ist das vorgesehen, sollte man ihn auch verwenden.
SW ist die Schlüsselweite des Sechskants. Die ist funktional egal, solange der Kopf plus Werkzeug in die Felgenbohrung passt.
Zu den H&R-Spurplatten: So wie du es beschreibst, ist das ein Anschraubsystem. Die Platte kommt mit den mitgelieferten Schrauben an die Nabe, und das Rad mit einem zweiten Satz an die Platte. Das ist richtig. Dass die Plattenschrauben Kegelbund haben, passt, weil deren Sitz in der Platte liegt. Nur die Schrauben zwischen Felge und Platte müssen zur Felge passen (Bundform, Länge), was zulässig ist, steht im H&R-Gutachten. Längere Schrauben durch die Platte bis in die Nabe braucht man nur bei einfachen Distanzscheiben. Oftmals passen die vorherigen Schrauben von den Rädern direkt zur Platte. Dennoch kann man die Länge einmal kontrollieren und schauen, ob die auf die Nabe drücken würden. Das wäre schlecht.
Grüße, Johannes