Vorstellung Camping Ausbau

  • Nachdem ich jetzt schon längere Zeit hier im Forum mitlese, ist es an der Zeit unseren Amarok vorzustellen: unser Reisewölfchen.
    Vorweg will ich noch sagen, daß der Amarok bei uns als reines Campingfahrzeug dient, nicht als Alltags- oder Berufsfahrzeug gebraucht wird und daher auch rein auf den Reiseeinsatz getrimmt ist.

    Für eine Pick-Up haben wir uns entschieden, da es zunächst einen relativ kostengünstige Einstieg für ein Allrad Reisefahrzeug darstellt. Wir wollten zunächst mit einem Dachzelt und dem nötigsten Ausbau wie Staufächer, Wasserversorgung und Elektroversorgung auf der Ladefläche starten und später die eventuell die Option wahrnehmen, auf eine Kabine umzusteigen.
    Von dem gebraucht gekauften und ziemlich nackten Fahrzeug unterscheidet sich unser Amarok inzwischen deutlich. Das erste Zubehör war zunächst Laderaumwanne, Hardtop und ausziehbare Ladefläche. Damit und einigen Kisten als Stauraum fürs Gepäck ging es auf die erste Tour in die Toskana. Das hat alles funktioniert, war aber mit ständigem Umräumen nicht so wirklich praktisch. Bereits vor diesem Urlaub hatten wir auf der die Abenteuer & Allrad 2018 den Camping Ausbau „X-Camp“ von Ullstein Concepts gesehen und waren vom Konzept überzeugt, da es unsere ersten Ideen für einen Ausbau enthielt und noch viel weiter gedacht war.
    Etwas abgeändert, verfeinert und wegen der verbauten Funktionen letztlich auch deutlich aufwendiger haben wir ihn im April diesen Jahres bekommen. Aus dem oben noch erwähnten „Nötigsten“ an Ausstattung ist dann doch viel mehr geworden:

    Ausbau von Ullstein Concepts:
    - Sammitr Hardtop, das die Dachlast mit Dachzelt problemlos ohne zusätzliche Verstärkungen hält
    - Laderaumwanne
    - Ausziehbare Ladefläche
    - Dachträger vorne mit LED Zusatzscheinwerfer
    - Rhino Batwing Markise
    - X-Camp Ausbau bestehend aus:
    - Regalsystem, zugänglich über die Klappfenster des Hardtops
    - drei unabhängig voneinander ausziehbare und herausnehmbare Module auf der ausziehbaren Ladefläche:
    - Küchenmmodul mit Wasserversorgung aus 2x 12 Liter Kanistern mit Pumpe, 6 Liter Boiler, ausziehbarem Faltwaschbecken und ausziehbarem 2-Flammen Gaskocher
    - Stauraummodul mit großer Auszugschublade und Küchenschrank
    - Modul mit 50 Liter Kühlbox und freiem Stauraum dahinter
    - Außendusche

    Elektronik:
    - LED Beleuchtung innen über den Klappfenster und an der Heckklappe des Hardtops
    - Votronic Ladebooster (Laden über Lichtmaschine, Landstrom, Solar)
    - Votronic Wechselrichter 1200W
    - Votronic Batteriecomputer
    - Lithium Batterie 100Ah (CS Batteries)
    - klappbares Außenanschlüsse für Landstrom und Solarladekabel
    - 100 Wp Solarmodul faltbar
    - 2x12V Steckdose und 2xUSB
    - 1x230V Steckdose durchgeschleift von Landstrom und 1x230V Steckdose vom Wechselrichter
    - Dometic Kühlbox 50 Liter

    Nachdem das Fahrzeug derart ausgestattet war, wurde es wegen des Standardfahrwerks und der nicht verstärkten Blattfedern hinten allerdings Zeit für ein neues Fahrwerk, da sich der Amarok jetzt schwammig und ziemlich leicht auf der Vorderachse anfühlte.
    Hier gab es einen Komplettumbau auf ein TJM Heavy Duty Fahrwerk mit neuen Dämpfern vorne und Dämpfern sowie stärkeren Blattfedern hinten. Durchgeführt wurde das Ganze einen Tag vor unserem Korsikaurlaub ebenfalls von Ullstein Concepts.
    Nach erfolgreichem Korsika-Test und ersten guten Offroad-Erfahrungen mit dem Fahrzeug, ging es nach dem Urlaub direkt wieder zu Ullstein Concepts. Dort wurde das Fahrzeug für die Abenteuer & Allrad 2019 vorbereitet, wo es zur Präsentation des verfeinerten X-Camp Ausbaus ausgestellt war. Um noch ein bißchen "offroadiger" daher zu kommen, bekam unser Reisewölfchen also noch eine schön integrierte TJM Seilwinde inklusive Frontbügel und den Schnorchel.

    Nach den bisherigen Erfahrungen in Korsika und Albanien sind wir sehr zufrieden mit dem Fahrzeug.
    Das Hardtop ist absolut dicht, die ausziehbare Ladefläche auch ohne den Campingausbau einfach praktisch.
    Der Ausbau funktioniert ebenfalls tadellos und ist stabil wie am ersten Tag.
    Er hat sich für uns als super praktisch erwiesen und ist, finden wir, das Optimale was wir uns unter einem Hardtop/Dachzelt Campingkonzept vorstellen können.
    Vorausgesetzt natürlich, daß das Fahrzeug im Alltag nicht auch als Lastenesel herhalten muß, da dann der verfügbare Raum auch bei Ausbau der einzelnen Module eingeschränkt ist.

    Generell kann man natürlich sagen, daß die Komplettausstattung übertrieben ist. Aber gerade beim ersten Ausbau tendiert man scheinbar doch oft dazu, mehr einzubauen als nötig.
    Den Sinn oder Unsinn erkennt man dann erst bei wirklicher Nutzung auf Reisen.
    So können wir inzwischen z.B. sagen, daß der Boiler nur bei Versorgung über Landstrom sinnvoll nutzbar ist. Ansonsten geht es zum Geschirr spülen einfach schneller und batterieschonender, Wasser aufzukochen. Von daher wäre es eine Überlegung den Boiler wieder auszubauen und etwas Stauraum dazu zu gewinnen.
    Der Wechselrichter hat die zuerst verbaute Blei-Batterie doch etwas überfordert, mit der neuen Lithium Batterie paßt das in Kombi mit einer Nespresso viel besser zusammen.

    Zur Arbeit von Ullstein Concepts läßt sich sagen: Top!
    Ein super sympathisches und motiviertes Team, das vor unseren Wünschen nicht zurückgeschreckt ist und alles umsetzen konnten. Selbst terminlich sehr knappe Aktionen liefen problemlos und man bekam nebenher noch eine Rundumbetreuung. Wenn der Chef erstmal ein Projekt angenommen hat, will er es auch qualitativ hochwertig umsetzen und scheut auch vor höherem Aufwand nicht zurück. Unser Auto dann noch auf der Abenteuer & Allrad ausgestellt zu sehen, war für uns das Sahnehäubchen.

    So, nach dem ganzen Text hier noch die Bilder von unserem Reisewölfchen!


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  • Sehr sehr schöner Ausbau! :thumbsup:


    Hast du irgendwie Probleme mit der Markise? Frage weil du sie an der Ladefläche und am Führerhaus befestigt hast. Und die sich Offroad ja unabhängig voneinander bewegen.


    Aber nochmals, richtig guter Ausbau!!! :thumbsup:



    Grüße aus Dresden
    [hr]


    Schöner Ausbau gefällt mir.
    Was wiegt das Gefährt reisefertig mit vollen Tanks ? Wurde das Fahrzeug mit dem Fahrwerk aufgelastet?


    Ja wurde es. Hat er ja geschrieben.
    Hat ein TJM Heavy Duty drin.

  • Ein anderes Fahrwerk heißt nicht zwangsläufig das das zulässige Gesamtgewicht geändert wurde.


    Wenn das Gesamtgewicht geändert wurde wäre es auch interessant auf welchen Wert.



  • Schöner Ausbau gefällt mir.
    Was wiegt das Gefährt reisefertig mit vollen Tanks ? Wurde das Fahrzeug mit dem Fahrwerk aufgelastet?


    Danke! :-)
    Ja, es ist das TJM Heavy Duty Fahrwerk verbaut (Dämpfer hinten und vorne und neues Blattfederpaket hinten).
    TJM gibt für den Amarok eine um 50kg erhöhte Achslast vorne und eine um 400kg erhöhte Achslast hinten an.
    Momentan ist zusammen mit VW noch in Klärung mit welchen zulässigen Lasten exakt dieses Fahrwerk dann eingetragen werden kann. Das zieht sich leider etwas.
    Das genaue Gewicht bei fertig geladenem Auto habe ich nicht mehr im Kopf, es waren um die 3100kg.
    Das Standardfahrwerk (2+1 Blattfedern) war damit natürlich überfordert und der Amarok ging hinten auch deutlich runter.
    Mit dem TJM und den neuen Rädern liegt er minimal höher als vorher und steht bei voller Beladung waagrecht. Ohne Dachzelt und Gepäck ist die Keilform wieder da.



    Zitat


    OffroadSachse
    [hr]
    Sehr sehr schöner Ausbau! :thumbsup:


    Hast du irgendwie Probleme mit der Markise? Frage weil du sie an der Ladefläche und am Führerhaus befestigt hast. Und die sich Offroad ja unabhängig voneinander bewegen.


    Danke! :-)
    Da die Markise vorne einen ziemlich langen Hebel hat wenn sie nur an den Trägern hinten befestigt ist und auch den Überhang nach Rhino-Rack-Anleitung überschreitet, ist sie am vorderen Träger gedämpft befestigt.
    Es ist also der Hebel herausgenommen worden, aber trotzdem Bewegungsspielraum am vorderen Befestigungspunkt vorhanden, da wie du ja schon schreibst sich Pritsche und Fahrerhaus zueinander bewegen können.


  • Mich würde ja sehr interessieren wie die gedämpfte Befestigung der Markise aussieht. Gibt's da was fertiges?


    Hi,


    ich wüßte jetzt nicht daß es da etwas Fertiges gibt.
    Ein Bild kann ich leider gerade nicht anhängen, da die Markise über Winter nicht montiert ist, wird aber bei Wunsch nachgeliefert.
    Die Konstruktion ist aber nicht besonders spektakulär:
    An der Markise ist ein L-Bügel befestigt, am Dachträger noch eine weitere Befestigung mit Bohrung. Die Bohrung ist etwas größer ausgelegt als die Schraube die hindurchgeht, daher der Bewegungsfreiraum.
    Zwischen dieser Befestigung und dem L-Stück ist ein ca. 2cm dicker, quadratischer Gummipuffer. Über die Schraube wird das L-Stück dann an die Befestigung geklemmt/gehängt.
    Der Spielraum ist nicht riesig, aber es scheint zu funktionieren. Wir hatten bisher keinerlei Probleme, die Markise schwingt nicht und es verzieht sich auch nichts.




    Hi, ich interessiere mich auf für ein Dachzelt für meinen Amarok, könntest du mir sagen welches ihr habt und wie es kostentechnisch aussieht ?


    L.g.


    Hi,


    wir haben ein Campwerk Dachzelt. Vom Aufbau her ist das nichts besonderes und wird von x anderen Herstellern gleich/ähnlich angeboten.
    Ein paar Detailunterschiede wird es sicherlich geben, aber ohne zu viele andere Hersteller angeschaut zu haben, glaube ich nicht, daß die kaufentscheidend sind.
    Wir hatten uns noch ein Dachzelt von Darche angeschaut, das in die engere Auswahl kam und auch tatsächlich etwas eigenständiger ist (auch mit guter breite Leiter) und eines von Nakatanenga.
    Letztendlich haben wir uns für das Campwerk entschieden, da es durch den hellen Stoff innen subjektiv einfach angenehmer war. Der Nachteil ist natürlich, daß Verschmutzungen schneller deutlich werden.
    Wir haben die 1,65m breite Version mit Innenzelt und einem Vorzelt. Das Vorzelt läßt sich per Reißverschluß mit dem Dachzelt verbinden und bildet dann einen abgeschlossenen Raum um die Leiter und hat auch einen zusätzlichen Boden. Wir haben es bisher zweimal bei schlechtem, kaltem Wetter benutzt, da bietet es nochmal einen praktischen Wetterschutz.
    Bezahlt haben wir dafür komplett 2300€.