Amarok im Schnee brauchbar??

  • Tschooost: dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.


    AndiG: Gut dass du auf die Hinweise auf der von dir verlinkten Seite verwiesen hast.
    Mit denen gehe ich teilweise gar nicht konform.
    Ich habe da mal meine Anmerkungen eingefügt.


    Sicherheits- und Anwendungshinweise
    [hr]


    • Das verwendete kinetische Seil, der verwendete kinetische Gurt muss zum Fahrzeuggewicht passen. Unterdimensionierte Seile/Gurte können reißen,


    Bis hierher ok.


    • überdimensionierte Seile/Gurte können zu große Kräfte aufbauen.


    Und dann? Dann wird schlimmstenfalls das kinetische zu einem statischen Bergeseil - ABER IMMER NOCH LANGSAM und NICHT schlagartig.
    Die gestrichene Zeile ist Unfug.


    • Nur mit kinetischen Seilen/Gurten bergen, wenn das Gewicht des ziehenden und zu ziehenden Fahrzeugs ähnlich sind. Bei großen Gewichtsunterschieden andere Bergemethoden wählen!


    Das ist grober Unfug.
    Korrekt wäre - das kinetische Bergeseil muss dem Gewicht des schwersten Fahrzeugs angepasst sein.


    • Nur mit kinetischem Seil/Gurt bergen, wenn beide Fahrzeuge Verankerungspunkte haben, die mit dem Fahrgestell verbunden sind und vom Hersteller zur Offroad-Bergung zugelassen sind. Abschleppösen (fest installiert oder einschraubbar) und Anhängerkupplungen sind NICHT zur Offroad-Bergung - egal ob mit kinetischem oder starrem Material - geeignet!


    Ausdrücklich und ausschliesslich auf Offroad-Einsatz bezogen.


    • Kinetische Seile und Gurte nur mit Softschäkeln mit ausreichender Bruchlast (höher als die des kinetischen Seils oder Gurts) befestigen. Wenn kein geeigneter Ankerpunkt für Softschäkel an den Fahrzeugen ist, andere Bergemethode wählen!
    • Niemals beschädigte kinetische Seile oder Gurte verwenden. Sichtprüfung vor jeder Anwendung! (Gilt grundsätzlich für alle Bergematerialien!)
    • Kinetische Seile oder Gurte niemals doppelt nehmen oder festknoten!
    • Kinetische Seile oder Gurte niemals als Windenseilverlängerung verwenden!
    • Wenn mehrere Ankerpunkte am Fahrzeug vorhanden sind, immer die Beifahrerseite wählen und grundsätzlich den Beifahrer aussteigen lassen - gilt für ziehendes und gezogenes Fahrzeug.
    • Bei der Bergung nicht weiter als 35% der Seillänge bzw. 25% der Gurtlänge fahren - vorher Markierung setzen.
    • Vor Beginn der Bergung unterschiedliche eindeutige Signale (z. B. Hupen) für Start und Abbruch der Bergung festlegen.


    Was mir hier aber als WICHTIGER Hinweis FEHLT ist, dass ein Bergeseil niemals NUR das reine Gesamtgewicht des Fahrzeugs aushalten muss, sondern zumindest das DREIFACHE Gesamtgewicht.


    DENN - wenn ein Fahrzeug irgendwo feststeckt (Schlamm, Graben, Schnee usw) und geborgen werden muss, bauen sich ganz schnell Widerstände auf, die das Mehrfache des Fahrzeuggewichts betragen können.
    Und das muss - ganz besonders ein kinetisches - Bergeseil aushalten können.


    Ein richtig gewähltes und angewendetes kinetisches Bergeseil verzeiht und bügelt sogar Fehler aus, die ein Unerfahrener oder Laie gerne mal macht.



    Nachtrag: anscheinend werden die html-Farbformatierungen nicht übernommen. Schade.

  • NoTracks:


    Na dann mal gut, dass ich kein Laie bin und im Katastrophenschutz schon die ein oder andere Bergung hinter mir habe.
    Die Softschäkel werden genau dafür benutzt, nämlich um die Bergung direkt am Fahrwerk / Leiterrahmen vorzunehmen.
    Für das normale Abschleppen, ohne Kraftaufwand nimmt man die normalen Metallschäkel und dazu dann ein starres Seil.


    Und meine Aussagen sind weder falsch, noch Unsinn, noch musst du Leute vor meinen Aussagen mit Nachdruck warnen.
    Ich kann auch gerne mal ein Video hier reinstellen, wo man sieht was ein kinetisches Seil mit einer Abschleppöse so anstellen kann.
    Die Abschleppöse bricht, das Gewinde steckt noch im Auto und die Öse hast du dank kinetischem Seil entweder in der Heckscheibe,
    oder sie macht dir unterm Auto den Auspuff o.Ä. kaputt.


    Wenn du die Erfahrungen noch nicht gemacht hast kannst du das gerne mal ausprobieren,
    aber ansonsten wäre ich mit solchen Aussagen echt vorsichtig um eben solche Laien nicht zu verwirren ;)

  • Naikolas
    also macht man als "Laie" mit einem guten Softschäkel und einem starren Berggurt/-seil erstmal nicht grundsätzlich verkehrt, solang man nicht "ruckartig" zieht?!?
    kannst du ein Seil o.ä. empfehlen?




    zu de kinetischen Seilen hatte ich das gefudnen:

  • Also meine Bergungskiste (Foto) sieht folgendermaßen aus:


    1 Outdoor- / Waffenkiste 60x40x22cm
    1 gutes Paar Lederhandschuhe
    1 gutes Paar gefütterte Winterhandschuhe
    2 Soft Schäkel 1/2 Zoll
    1 Kinetisches Bergeseil 1 Zoll x 8 Meter
    2 Schäkel 7/8 Zoll
    1 Bergegurt 10 Meter


    dazu habe ich dann noch den Einschub für die US-AHK, wo sowieso immer ein 1/2 Zoll Schäkel dran ist.
    Das ganze habe ich jetzt bewusst herstellerunabhängig gemacht,
    weil man meiner Meinung nach so gut wie jedes Produkt eines guten amerikanischen Offroad-Herstellers nehmen kann.


    um mal ein paar zu nennen:


    - Yankum Ropes
    - Bubba Rope
    - Rugged Ridge
    - Voodo Offroad
    - WARN Industries
    - Factor 55
    ...


    Die Liste könnte jetzt ewig so weitergehen aber bei sowas ist YouTube tatsächlich eine echt gute Quelle.
    Grundsätzlich habe ich einfach geguckt, dass alle Sachen mindestens 10 Tonnen problemlos aushalten,
    manche auch 20 oder 30, damit habe ich schonmal das 3-fache des Bergungsfahrzeugs abgedeckt.
    Bei den LKW hätte das Seil natürlich auch reißen können aber man muss es ja einfach mal versuchen :D


    Ich kann auch nur den YouTube Kanal "Matt*s Off Road Recovery" empfehlen.


    Ich denke, dass man mit so einer Ausrüstung auch als Laie etwas anfangen kann.
    Ich würde jetzt nicht sagen starre Ausrüstung ist was für Laien und kinetisch ist was für Profis.


    Grundsätzlich lernt man das sichere Bergen auch nur durch Erfahrung und gerade bei so einem Wetter
    kann man schon ganz gut ausprobieren also einfach mal das Auto der Freundin hinter das eigene spannen
    und los gehts


  • So so, du bist im K-Schutz und hast schon die eine oder andere Bergung hinter dir.
    Also bist du beim THW. Der macht das aber nicht gewerblich und du damit nicht beruflich, sondern ehrenamtlich.
    Korrigiere mich wenn ich mich irre.


    Jetzt stell dir mal vor dass ich damals, als du den Fachkurs Bergung gemacht hast, der Ausbilder war. Oder dass ich deinen Zugleiter oder gar Einsatzleiter ausgebildet habe? Oder vielleicht sogar deinen Ausbilder?
    Oder vielleicht habe ich beruflich mit Bergungen zu tun?
    Oder sogar mit der Herstellung von Bergegurten?
    Alles Möglichkeiten die du nicht weisst und auch nicht wissen kannst.
    Aber ich habe es nicht nötig mich aufzuplustern.


    Wenn meine Annahme THW stimmt dann sind die von dir erwähnten Bergungen Unfallbergungen. Und bei einem verunfallten Fahrzeug, welches vom THW geborgen wird, ist es absolut egal ob zum bereits vorhandenen Schaden noch ein Fahrwerksteil dazukommt oder nicht. Und ausserdem seid ihr gut versichert.


    Du gibst an das du in deiner Bergekiste ein kinetisches Bergeseil 1" mal 8 Meter hast. 1" = 2,54 cm.
    Was zur Hölle willst du mit diesem Bindfaden bergen???
    Ein kinetischer Bergegurt für einen Amarok UND dessen Gewichtsklasse hat eine Bruchlast von etwa 9 bis 10 Tonnen und damit eine Breite von mindestens 3" (= ca. 7,5 cm).
    Nachträglich korrigiert wegen falschem Vergleich.


    Schon alleine das ruft zur Vorsicht bezüglich deiner Aussagen als angeblicher Profi. Und deswegen wiederhole ich MIT NACHDRUCK meine Warung.



    PS: Fach- und sachkundige Bergung lernt man, indem man sie unter Anleitung von erfahrenen Leuten live durchführt - und NICHT über das Ansehen von YT-Videos.



    PPS: Selbst der von AndiG verlinkte Anbieter hat auf seiner Seite mit den kinetischen Bergegurten für "Empfohlen für Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von ca. 2.700 bis 3.700 kg. (Angabe des Importeurs)" einen Bergegurt (kinetisch) mit 11 Tonnen Bruchlast und 11 cm Breite im Programm.

  • Ich glaube hier wird Gurt und Seil zusammengewürfelt.
    Die technischen Daten und Herstellerinformationen von so nem Seil sollte doch wohl jeder Kaufinteressent selber lesen können.
    Wenn jemand seine Arbeitsmittel überbelastet, ist es seine Sache.
    Falls ich mir ein Bergeseil für den Amarok kaufe dann werde ich auch keins mit 23 t. Nutzlast kaufen, nur weil ich einmal im Jahr meinen 7,5 Tonner von einer nassen Wiese ziehen will.
    Da muss ich halt dann vorsichtig sein und nicht mit 15 km/h ins Seil fahren .


  • Ich glaube hier wird Gurt und Seil zusammengewürfelt.


    Nö. Das ist das gleiche.
    Der eine bevorzugt den Gurt, der andere das Seil. Jeder so wie er will.
    Gurt und Seil machen die gleiche Arbeit.


    Aber ich habe verstanden was du mir sagen wolltest, und in dieser Hinsicht hast du recht.
    Danke dir für den Hinweis!


    Naikolas schrieb von einem 1"-Bergeseil, und ich habe einen 1"-Bergegurt dagegengesetzt. Das war falsch.
    Also nehme ich den "Bindfaden" zurück.
    Ich habe mein Posting dementsprechend korrigiert.



    Die technischen Daten und Herstellerinformationen von so nem Seil sollte doch wohl jeder Kaufinteressent selber lesen können.
    Wenn jemand seine Arbeitsmittel überbelastet, ist es seine Sache.


    Sollte man annehmen.
    Ist es sicherlich - so lange niemand ausser dem Benutzer dabei zu Schaden kommt.
    Leider passiert das aber doch immer wieder.



    Falls ich mir ein Bergeseil für den Amarok kaufe dann werde ich auch keins mit 23 t. Nutzlast kaufen, nur weil ich einmal im Jahr meinen 7,5 Tonner von einer nassen Wiese ziehen will.
    Da muss ich halt dann vorsichtig sein und nicht mit 15 km/h ins Seil fahren .


    Perfektes Beispiel für ein mögliches programmiertes Fail.
    Ein kinetisches Bergemittel kann auch brechen wenn man mit 5 km/h "Anlauf" nimmt. Der einzige Unterschied ist der dass die Bruchenden dann nicht ganz so viel Energie haben. Schaden können sie aber trotzdem ganz mächtig anrichten.

  • @ NoTracks,
    danke für den Hinweis mit der Geschwindigkeit.
    Wenn ich mir nicht sicher wäre würde ich mich nicht trauen Anlauf zu nehmen.
    Ist mir eh suspekt. Dann lieber schweres Gerät. Bisher hat mein statischer Hebegurt mit 3 t. WLL und 21 t. Bruchlast auch immer gerreicht. Aber war auch nie eine richtige Bergung.
    Jemand fremden aus dem Straßengraben zu ziehen wäre eh nicht so meins, alleine schon was da alles kaputt gehen kann.
    Auf jeden Fall sollte man sich wohl ordentlich einlesen bevor man irgendwas bestellt und den ROK drauf los lässt.

  • ich habe folgendes, neben ein paar anderen Dingen, schon in meiner Kiste auf der Ladefläche



    - LIROS Offroad Softschäkel 7t WLL, 12 t BL
    - Horntools Bergegurt 6 m, 90 mm, 3 t WLL, 21 t


    angenommen, ich möchte jetzt noch eine kinetisches Bergeseil kaufen.....
    auf was sollte ich achten oder besser noch, welches kaufen, wenn man evtl mal wem helfen möchte oder selbst „geborgen“ werden muss?


  • Gärtner
    Immer gerne.


    Aber auch du hast recht - eine dynamische Bergung sollte man als Unerfahrener auch nicht alleine machen, YT hin oder her. Die ersten paar Bergungen unter Anleitung und ert wenn man sich wirklich sicher fühlt, dann mal alleine.
    Im übrigen kann ich mir nicht vorstellen dass das THW dynamische Bergungen macht, so nebenbei.


    Bergungen mit statischem Bergemittel sind da einfacher, weil so eine Aktion entweder funktioniert oder nicht.





    Ein kinetisches Seil / ein kinetischer Gurt bei Gebrauch in deiner Gewichtsklasse sollte um die 10 to Bruchlast haben, bis 12 to schadet auch nichts. Da würden dann die Schäkel noch dazu passen.
    Aber wie gesagt, keies der beteiligten Fahrzeuge darf dabei über 3,5 to zGg haben.
    Und bitte wie schon geschrieben als Unerfahrener die ersten kinetischen Bergungen keinesfalls alleine machen.
    Wenn man mit jemand Erfahrenem üben will, ein Auto richtig schön im Modder festfahren und dann los - unter Anleitung und Aufsicht.
    So mache ich das zumindest bei meinen Kursen.


    Wenn du dagegen vorhast, auch mal - wie hier weiter oben erwähnt - einen 7,5 Tonner zu bergen, dürfen sowohl das kinetische Bergemittel als auch die Schäkel gerne so um die 21, 22 to Bruchlast aushalten.



    Ich persönlich ziehe übrigens den Gurt dem Seil vor.
    Warum?


    Der Gurt ist leichter sauberzuhalten.
    Den Gurt, selbst wenn er übelst verschmoddert ist, rolle ich auf, packe ihn ordentlich zusammengerollt in eine/seine Tüte bis ich ihn wieder brauche oder zuhause in der Badewanne RICHTIG saubermachen kann.
    Am Gurt sehe ich bei jeder Kontrolle, ob er Abrasionen/Knicke/Faserrisse hat.
    Wenn der Gurt im Einsatz ist sehe ich direkt ob er verdreht oder sogar verzwirbelt ist (das ist ganz wichtig, weder Gurt noch Seil sollten das sein), beim Seil sehe ich das nicht.
    Einen Gurt bekomme ich IMMER ordentlich zusammengerollt, ein Seil nicht.


    Trotzdem überlasse ich jedem seine eigene Wahl - aber jeder muss sich auch über die Konsequenzen seiner Wahl im klaren sein.

  • ähm, wer ein bisschen in der Schule aufgepasst hat, weiß das es Unsinn ist das ich ein Seil brauche was das dreifache vom LKW aushält (30t)



    wenn ich nem 3 Achser mit 12 t ausm Dreck helfen will reicht da auch mein 2,5t Abschleppseil


    weil unser Auto bringt keine 12t Zugkraft her,


    wenn ich mit dem LKW nen Amarok ausm Schlamm ziehen will, brauch ich natürlich mehr Kraft wie beim Abschleppen, wenn die Karre bis zur Radnabe im Dreck steckt, aber ich brauch auch da kein 30 t Seil


    auch nicht andersrum, weil ich die Zugkraft garnicht aufbringe



    wenn ich mit nem LKW nen andern LKW ziehn will, dann schaut das anders aus


    ich hab mit meim normalem Abschleppseil, so ein stinknormales Hanfseil, auch schon an nem 3 Achser mit kräftigem Ruck angezogen, damals mitm Patrol, Sperre Untersetzung und dann gib ihm, hat leider nicht gereicht, der war einfach zu tief drin, aber es hat weder meiner AHK geschadet noch dem Seil



    und zu den normalen Schäkel noch


    Zitat

    Metallschäkel können sich verziehen und dann bekommt man den "Splint" ggf. nur noch mit Werkzeug wieder geöffnet.


    die meisten machen den Fehler und drehen den fest zu, dann geht er nicht mehr auf, ganz normal


    ein Schäkel dreht man nur locker zu und dann wieder ne Viertel Umdrehung auf, dann lässst er sich auch noch lösen wenn da 30 t dran hingen


    lernt man von den Kran Fahrern

  • Das "bisschen" war wohl ein bisschen zu wenig ... mir fällt gerade der Kabelbrand mit deinem Kommentar dazu ein. :D



    Naikolas: Was euch vom THW angeht, da nehme ich mal an dass ihr kinetische Bergeseile/gurte nehmt, um die Bergungen 'sanfter' durchzuführen durch die Elastizität der Kinetik, oder irre ich mich da? Dass ihr beim Bergen ins Seil fahrt (noch dazu schwungvoll) würde mich echt wundern.

  • Jaja, als ich noch in der Schule aufgepasst habe, erinnere ich mich an folgendes:
    Die Bruchlast war in kN angegeben.
    Aus dieser Kraft kann ich auf ein Gewicht schließen. Die kinetische Energie, die den Bruch erzeugt resultiert aus der Masse und Geschwindigkeitsdifferenz der Fahrzeuge.
    Soll heißen, natürlich kann ein 2Tonnen Fahrzeug eine Bergehilfe mit einer Bruchlast, die viel größer als das Gewicht der Fahrzeuge ist zum Reissen bringen.
    Oder hab ich da was über die Jahre vergessen ?
    Grüsse
    Frank

  • NoTracks


    Ich bin nicht beim THW und ich mache auch keine Unfallbergungen.
    Ich mache wenn dann nur Bergungen von Leuten die sich z.B. im Schnee festgefahren haben
    oder im Fürstenforest im Schlamm, etc. und auch da gehe ich immer lieber mit einem Softschäkel an das Fahrgestell als an die Abschleppöse.


    Aber ich habe auch schon Bergungen vom THW live miterlebt, wo der große GKW vom THW mit ein bisschen durchhängendem, kinetischen
    Seil dann angefahren ist, weil das zu bergende Objekt einfach so verkeilt war, etc..
    Da sprechen wir dann aber auch von Seilen, die 2-3 Zoll im Durchmesser haben und wo das Zugfahrzeug dann auch echte 30 Tonnen an
    Zugkraft aufbringen kann.


    Ich habe mit meinem 1 Zoll Bergeseil schon so manchen Unfug gemacht und ich finde man kann auch an den seilen sehr gut erkennen,
    ob das Seil noch gut ist für den Einsatz. Und ich kann Glonni da nur zustimmen, nur weil ich einen 40/38/36-Tonner ziehe,
    zieht mein "Auto" ja das Gewicht nicht.
    Das Seil was ich habe hat ein Arbeitsgewicht von 12 Tonnen und eine Bruchlast von 23. Damit habe ich bis jetzt alles und jeden rausbekommen.

  • Also beim Klettern ist es so, wenn ich beispielsweise eine Rundschlinge habe (mit 22kn Bruchlast also 2,2 Tonnen) und mit 2m reiner Fallhöhe mit 80 kg mit freiem Fall da reinfalle, dann kann das reißen.
    Dazu gibt es diverse Tests etc. Wenn man das gleiche mit einem Dynamischen Seil macht, dann passiert hier gar nichts.


    Natürlich ist ein in ein Bergegurt reinfahrendes Auto weit entfernt von der Geschwindigkeit im freien Fall, dafür aber einiges schwerer.
    Ich will damit nur veranschaulichen, was für heftige Kräfte hier schon bei 80 kg und einer gewissen Geschwindigkeit auftreten können.



    Zum Physikalischen Hintergrund:
    F = m * g
    F ist die Kraft
    m ist die Masse
    g ist die Beschleunigung


    g = (v1² - v2²)/2*s


    v1 Anfangsgeschwindigkeit
    v2 Endgeschwindigkeit
    s zurückgelegter Weg in m


    daraus ergibt sich:


    F= m * ((v1² - v2²)/2*s)


    Nehmen wir an, wir fahren mit 5 km/h ins Seil und werden auf 0 km/h abgebremst.
    Nehmen wir ebenfalls an, unser Seil dehnt sich bei einem 6m Seil 5% also 0,3m.
    Ein Kinetisches Seil dehnt sich etwa 25-30%.


    Von den Einheiten her: N = kg * m/s²


    5km/h = 1,39 m/s


    F= 2500kg * ((1,39m/s² - 0m/s²)/2*0,3m) = ca 8037N also 820kg


    10km/h = 2,77 m/s


    F= 2500kg * ((2,77m/s² - 0m/s²)/2*0,3m) = ca 32150N also 3280kg


    15km/h = 4,16 m/s


    F= 2500kg * ((4,16m/s² - 0m/s²)/2*0,3m) = ca 72338N also 7370kg


    Man bedenke, dass ich ein Seil und meine Anschlagpunkte natürlich nicht mit der Bruchlast belasten möchte, sondern mit einem Sicherheitsfaktor von 3-4 haben möchte.


    Übrigens wenn ich wie oben gerechnet mit einem kinetischen Seil mit 25% Seildehnung und 10km/h arbeite, dann habe ich stat 3,3 Tonnen nur 0,65 Tonnen.


    Quellen:
    https://rechneronline.de/kraft…20Kraft,%3Dkg*m%2Fs%C2%B2.
    https://www.johannes-strommer.…r/beschleunigungsrechner/

  • Sehr schön erklärt :like:



    Deshalb bin ich so ein riesen Fan von den kinetischen Seilen, egal ob Laie oder Profi.
    Ich habe auch seit ich mit den kinetischen Seilen arbeite nie wieder ein starres benutzt,
    weil es die Energie einfach so schön aufnimmt und man damit einfach viel gefühlvoller umgehen kann.


    Wenn man sich das Video von meiner Bergung nochmal genau anschaut sieht man auch, dass
    das Seil ein bisschen durchhing und ich dann gas gegeben habe. Ich schätze das waren so um die
    5-10 km/h mit denen ich ins Seil reingefahren bin. Mit einem starren Seil hätte mir das wahrscheinlich
    hinten die AHK abgerissen aber mit dem kinetischen war das genau richtig, um den LKW ins Rollen
    zu bringen.

  • so...habe mal etwas gestöbert und zu Auswahl stünden:


    Powerline Bergeseil:
    https://www.ebay.de/itm/Kineti…7a1ca2:g:IA8AAOSwHt5bTylQ

    Horntools Bergeseil:
    https://www.ebay.de/itm/Berges…1feeab:g:wpsAAOSwmYNf-2tJ


    T-Max Bergegurt:
    https://w.grube.de/t-max-kinet…-096-01/?number=40-096-01


    Was meint ihr?


    Im Moment tendiere ich zum T-Max Gurt, es sei denn, ihr ratet wegen der nur 20 % Dehnung verglichen mit den 30% bei Seilen ab...


    oder könnt/wollt ihr was ganz anders verlinken, dann bitte :-) Danke

  • Naikolas: Dann passt dein kinetisches Bergeseil ja genau, das ist doch prima.


    Tschooost: Was passiert eigentlich mit einem kinetischen Bergemittel am Ende seiner Ausdehnung?


    AndiG: Meine Wahl wäre T-Max (und tatsächlich habe ich den auch), aber meine Präferenz hatte ich ja schon erläutert. Und ob das Bergemittel nun 20 oder 30% Dehnung hat spielt nur eine akademische Rolle. In der Praxis ist es wichtig(er) mit dem Ding korrekt umgehen zu können.

  • der mit 15T ist aber auch gleich breiter und damit entsprechend "unhandlicher".


    ausgehend davon, dass ich den nutzen würde, um mal einen PKW bis zum Eigengewicht zu "bergen" oder maximal selbst geborgen zu werden, sollte der 11T reichen


    NoTracks
    aufgrund deiner Erklärung bin ich überhaupt erst auf die Idee gekommen, einen kinetischen Gurt in die Auswahl zu nehmen


    EDIT:
    habe jetzt den 11T t-Max Gurt bei Grube bestellt....
    und dazu noch das hier: https://w.grube.de/runlock-offroad-set-82-747/
    damit kann ich dann ganz easy meine Kiste auf der Ladefläche fixieren :)


    Danke für die Hilfe und die vielen guten Tipps und Hinweise!!!!