Hilfe! Amarok "hoppelt" über die Betonautobahn

  • Leute, ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Regelmäßig auf den ehemaligen Betonautobahnen der ehemaligen DDR, der A9 oder der A2 oder der AVUS schaukelt sich mein Fahrerwerk vom V6 auf.

    Der Zustand tritt in einem Geschwindigkeitsband zwischen 90 und 125 km/h auf, je nach Abstand der alten Betonplatten.


    Das Symptom existiert seit ich eine Hardtop/Dachzelt Kombination von Alucab (Canopycamper) ca. 400 kg zusätzlich auf der Ladefläche kutschiere.


    Ich hab schon auf andere Räder umgesteckt, ausgewuchtet, Luftdruck verändert. Dann das komplette Fahrwerk von VW Komfort auf IronMan 3+2 verändert Auch die Dämpfer. Jetzt aktuell habe ich Hilfsfedern verbaut (Lord Plus) ebenfalls von Ironman. Subjektiv ein wenig besser aber eben immer noch da.


    Ich möchte jetzt nicht noch kostspielig eine Luftfederung nachrüsten ohne zu wissen, was eigentlich das Problem ist. Hat wer eine Idee?

  • Moin,


    kommt mir bekannt vor :-)

    Das ist auch beim R4 nicht anders als beim V6


    Soweit ich das recherchiert habe, ist das ein Problem was auch viele Wohnmobile mit Alkoven haben.

    Es kommt demnach durch die Luft, die sich bei uns zwischen Alkoven und dem Dach an der Stirnwand des Canopy Campers staut.


    Bei einer bestimmten Geschwindigkeit kommt es dann zu dem von Dir beschriebenen Effekt, die Betonplatten benötigt es dafür nicht - passiert auch bei entsprechender Anregung durch Bodenwellen.


    Bei mir je nach Reifendruck/Beladung zwischen 100 und 120 Km/h.


    Einfache Lösung:

    Fahre schneller oder langsamer - nur blöd bei Kolonnenfahrt :-)


    Ralf


    P.S. Einziger Trost für mich - jetzt weiß ich, dass ein neues Fahrwerk auch nicht unbedingt hilft.

    Hier im Norden sind die Berge nicht hoch, sondern lang und manchmal kurvig :-)

  • das Problem ist ganz einfach, der Radstand passt nicht zu den Bodenwellen die die Platten haben


    da kannst du einbauen was du willst, der Radstand ändert sich damit nicht, straffere Federn oder andere Dämpfer bringen auch so gut wie nichts, eben wegen Radstand


    das einzige was hilft ist langsamer oder schneller fahren, ist leider so

  • Ja, bei mir ist das mit ähnlichem Alucab Setup genau so.

    Änderung des Fahrwerks oder der Dämpfer bringt nahezu gar nix.


    Es handelt sich dabei meine Meinung nach um eine Art Resonanzschwingung durch die Betonplatten/ Bodenunebenheiten

    auf das Fahrzeug und dessen Aufbau.


    Das bekommt man so ohne weiteres auch nicht weg.

    Nur wie schon beschrieben schneller oder langsamer als 90km/h löst das Problem.


    Grüße

  • A7 runter, hauptsächlich wo die Bahn auf baden-württembergischen Gebiet verläuft... jedes Mal kotze ich. Nach der Sanierung der Strecke ist es schlimmer, als vorher.

    Schneller willst mit der Kombi Hardtop/Dachzelt von Alucab nicht fahren, langsamer gibts Ärger mit den Berufskraftfahrern.

  • Vielen lieben Dank für die vielen Antworten. Ich vermute auch, dass das Setup einfach ungünstig ist. Ohne Aufbau hatte ich jedenfalls keine Schwierigkeiten. Es gibt in amerikanischen Foren noch die Theorie, dass der Überhang hinter der Hinterachse für das Phänomen verantwortlich ist. Dass kann ich jedenfalls auch nicht gänzlich nachvollziehen, da ich die Masse des Gewichts zwischen die Achsen gepackt habe.

    Gibt es jemanden mit Zusatz Luftfedern der das gleiche Problem hat?

    Grüße,

    Skalli

  • Hallo Glonntaler,


    deinen Satz habe ich vollstes verstanden, und Danke für deinen Beitrag. An deine Radstandthese möchte ich nicht so recht glauben, weil ich

    a.) ohne Aufbau keine Probleme hatte

    b.) andere Fz (T5 und T6) mit gleichem Radstand auch keine Probleme haben

    c.) wenn ich davon ausgehe, dass es nur der nicht zu verändernde Radstand wäre, auch die Geschwindigkeit keine Rolle spielen würde.

    d.) dann auch glaube, dass wir das Thema hier schon öfter gehabt hätten


    Aber nochmals danke,

    Gruß,

    Skala

  • Hallo Skalli,

    seit 2010 fahren wir Wohnkabine, anfangs mit 3,0t und jetzt mit 3,5t Gesamtgewicht. L200, D-Max und jetzt Amarok XXL.

    Nachdem was ich in dieser Zeit gelernt habe, kommt das gehoppel von den ungleichen Achslasten (vorne/hinten) und einem zu harten Fahrwerk.

    Bei 400-600kg Zuladung wird die Vorderachse leichter, da hilft auch die Luftfeder nicht, damit würdest Du die Hinterachse noch härter machen und dann hoppelt er erstrecht. Weniger Luft in den Reifen, das kennst du, macht die Angelegenheit auch nicht besser.

    Mein Tipp bei der geringen (!) Zuladung von 400kg: Bau wieder zurück auf die original Federn und besorge Dir gute, geschmeidige Stoßdämpfer.

    IronMan ist gut, aber nach meinem Verständnis was für hohe Zuladung oder Hardcore.

    Das Fahrwerk muss arbeiten und die Bodenwellen schlucken (was bei Fahrten mit Wohnkabine nicht einfach, bzw. nicht auf jeder Straße funktioniert).

    Bei mir ist ein Seikel Desert verbaut, den habe ich so gekauft. Damit war ich (vor den aktuellen Umbauten und einer Zuladung von 500kg) recht zufrieden. Allerdings habe ich die 25mm Stahlklötze (damit wird bei Seikel hinten hochgelegt) ausgebaut und die original 3+2 Blattfedern beim Federschmied um die 25mm (oder etwas mehr;)) Strecken lassen. Das habe ich übrings damals auch mit dem D-Max gemacht und bei beiden hat der längere Federweg sehr gut harmoniert!


    Alternativ, rede mal mit Marquart, die haben vielleicht eine Lösung bzw. sind das eher die Spezialisten.


    Viele Grüße Stefan

  • geschmeidige Stoßdämpfer.

    genau das ist das Stichwort

    An deine Radstandthese möchte ich nicht so recht glauben

    mußt du ja nicht, bleibt aber trotzdem der Hauptgrund


    zu a) wenn er leichter ist, sind die Federn entspannter und auch weicher als mit mehr Gewicht

    b) der T hat entweder 20cm weniger oder mehr Radstand, je nach Version, somit nicht vergleichbar

    c) klar spielt die Geschwindigkeit eine Rolle und zwar eine sehr große, fahr einfach mal an der gleichen Stelle 20 oder 30 km/h schneller, du wirst nichts mehr spüren, zumindest weniger

    d) solange keiner damit anfängt, sagen auch sonst wenige was dazu, das ist der Herdentrieb



    zu c nochmal ein einfacheres Beispiel zum Verständnis, dieser Bahnübergang war bis Mitte 2014 einspurig


    Bahn.jpg


    man kann es sogar auf dem Bild erkennen das die Straße hinter den Gleisen viel höher ist als davor


    wenn man früher also von oben kam, konnte man da ein Stück springen wenn man schnell genug war


    nach dem Umbau auf zweigleisig Ende 2014 bei dem die Bahn wieder völlig unfähige Leute vor Ort hatte, hatten sie zwei Sprungschanzen eingebaut, da beide Gleise dort in eine Kurve gehen, liegen die Gleise dort schon schräg, von der Schienenseite sah das so aus wie in Version 1 (schwarz Straße, braun Schiene)


    die Gleise lagen auf gleicher Höhe, aber durch die Neigung und die unterschiedlich hohen Straßen haben die Idioten da zwei Kanten eingebaut, nach massenhaften Beschwerden wurde das dann in weiteren 3 Monaten Bauzeit auf Version 2 umgebaut


    Bahn2.jpg


    seitdem ist es nur noch eine lange Sprungschanze


    das große Problem war, die ganzen Deppen sind nach der ersten Eröffnung dort nur noch mit 20-30 km/h drüber geschlichen, damit man die Bodenwellen auch richtig gut spürt, wenn man nämlich langsam drüber schleicht taucht die Karosserie nach den Hubbel in der Senke erstmal tief ein, dann gehts hoch und wieder runter, fühlt sich natürlich schlimm an wenn man zu langsam drüber fährt, also fährt man beim nächsten Mal noch langsamer, durch diese Schleicher hatte man dort morgens dann regelmässig 2 km Stau durch den ganzen Ort


    Bahn3.jpg



    ist man dagegen ganz normal mit 50-60 km/h drüber gefahren, hat man die zwei Wellen kaum gespürt


    bis das Auto durch die Trägheit überhaupt in die Senke eintaucht ist man durch die Geschwindigkeit schon wieder auf dem Teil wo es wieder hoch geht, es arbeiten also NUR die Räder, die Karosserie bewegt sich so gut wie nicht rauf und runter, nur die Räder federn aus und wieder ein wenn an schnell genug ist, fährt man langsam, bewegt sich das ganze Auto auf und nieder und dann fühlt sie die Welle schlimmer an als sie ist


    ich hoffe du verstehst nun warum der Radstand und die Geschwindigkeit die wichtigsten Größen an dem Gehoppel auf der Autobahn sind, das Gewicht ist nebensache und verschiebt nur den Punkt etwas nach unten oder oben


    ausschlaggebend sind die Abstände der Wellen, Radstand und Geschwindigkeit und etwas die Federkennlinie und vor allem die Dämpfer, macht man die weicher so das sie weich genug sind das sie das Rad vor der Plattenkante nur wenig Dämpfen und nach dem überschreiten der Kante schnell wieder ausfedern, bleibt die Karosserie ab einer bestimmten Geschwindigkeit ziemlich ruhig


    nur sind halt so schwammige Dämpfer sonst schlecht fürs Fahrverhalten, besonders bei Vollbremsungen oder Ausweichmanövern, also bleibt nur, langsamer oder schneller fahren, aber härtere Federn oder Dämpfer bringen nichts, machens eher schlimmer


    das ist wie mit stark unwuchtigen Reifen, die spürt man auch meist nur im Bereich 80-120, drunter merkt man kaum was und drüber auch nicht, auch da ist die Wegstrecke und die Zeit/Geschwindigkeit ausschlaggebend, Wegstrecke, also Reifenumfang ist mit Radstand vergleichbar und die Reifendrehzahl ist die Zeit bzw mit der Geschwindigkeit gleich zu setzen


    übrigends, seit der Übergang nur noch eine Welle hat (Version2) ist die optimale Geschwindigkeit 70 km/h zum drüber schweben


    nach der Kuppe federn die Reifen aus, bis die Karosse nach unten geht, ist man über beide Gleise drüber in der Senke und dort wird man weich aufgefangen bevors wieder hoch geht, so macht der Übergang Spass, da kannst ein Getränk in der Hand halten, da schwappt nichts über, aber wehe man fährt nur 40 oder weniger, dann hast nasse Beine


    so ich hoffe nun kann das jeder verstehen warum es manchmal hoppelt und warum schneller dann besser ist

  • Vielen Lieben Dank Leute,


    ich habe jetzt viele neue Denkansätze. Insbesondere auch was die Fahrgeräusche durch den erhöhten Luftwiderstand, die Federung und Dämpfung anbelangt.

    Ich werde mal mit der Fa. Marquart Kontakt aufnehmen und bis dahin einfach schneller fahren, der Fahrsicherheit zuliebe ;-)

    Ich berichte.

    Allen Mitlesenden eine hoppelfreie Fahrt gewünscht!